Runde #17 (ft. PietSmiet): Youtuber nehmen uns die Arbeitsplätze weg! (Wird man ja wohl noch sagen dürfen!)

Reden wir doch mal darüber, was wirklich schief läuft in der Welt, ja? Da malochen sich hart arbeitende Journalisten über Jahre zu Tode und was ist? Werden sie Stars mit Millionen Followern? Ne! Die Leute schauen lieber irgendwelchen dahergelaufenen Zottelbärten beim Minecraft spielen zu. Jochen und ich haben ja nichts gegen Youtuber, aber: Ist das gerecht? Ist das fair? Müssen da Gesetze erlassen werden? Genau darüber (und über ein paar Tausend andere Dinge) reden wir mit Peter Smits, aka PietSmiet, einem der erfolgreichsten Youtuber Deutschlands.

Wir möchten übrigens darauf hinweisen, dass einige unserer besten Freunde Youtuber sind. Bevor hier ein falscher Eindruck entsteht. Und bevor auf iTunes ein falscher Eindruck entsteht, solltet ihr dringend dort eine 5-Sterne-Wertung hinterlassen, die der Welt zeigt, was für ein toller Podcast das ist!

Falls danach(!) irgendwer den Podcast von Piet ausprobieren mag: Hier ist sein Feed und hier ist sein Podcat auf iTunes.

Und PS: Uns gibt es jetzt auch auf Stitcher.com. Was das ist? Kein Schimmer. Irgendwer hat uns gesagt, dass die hippen Kids da jetzt ihre Podcasts haben. Also sind wir mal blind dem Trend nachgelaufen.

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41 Gedanken zu “Runde #17 (ft. PietSmiet): Youtuber nehmen uns die Arbeitsplätze weg! (Wird man ja wohl noch sagen dürfen!)

  1. Axel 2. August 2015 / 12:19

    Also ich muss ganz ehrlich sagen, ich HASSE Let’s Plays! Und das zwei mehreren Gründen.

    1. Sie sind einfach nicht kreativ oder informativ. Da setzen sich irgendwelche Leute hin, die meinen der Welt ihren geistigen Erguss offenbaren zu müssen und spielen nebenbei. Das ist einfach sowas von einfallslos, stumpf und dumm… eigentlich kein Wunder, dass die damit echt noch Geld verdienen können. Denn in der heutigen Welt wundert mich wirklich nix mehr.

    2. Ich hasse sie noch viel mehr, weil sie die kreativen Gaming-YouTuber verdrängt haben. Menschen die KEINE Let’s Plays machen, aber ganz andere tolle Videos zum Thema. Da muss man heute wirklich Glück haben um auf solche Kanäle zu kommen.

    Einer wäre da der wunderbare Parappa. Ein Student aus Karlsruhe, Wrestlingfan und Retro-Nerd. Er macht wirklich ganz unterhaltsame und informative Videos zumeist über Retrospiele. Das ganze wird garniert mit vielen tollen Einfällen und einen sehr feinen und hintersinnigen Humor. Mit dem habe ich übrigens auch mal ein Interview für die Lotek64 gemacht, er ist auch abseits der Videos ein wirklich netter und witziger Zeitgenosse.
    https://www.youtube.com/user/TheParappa

    (In der Ausgabe 42 gibt es mein Interview mit ihm: http://lotek64.com/hp/download.php)

    Dann gibt es den Game’n’Politics Kanal. Dieser wird von einem Journalisten betrieben, der informative Videos zu allen möglichen Themen der aktuellen Gaming-Landschaft produziert. Sehr, sehr empfehlenswert: https://www.youtube.com/user/gamesandpolitics

    Im englischen Bereich gibt es dann so tolle Kanäle wie der von dem Metal Jesus. Ein ziemlich witziger Hardcore-Spielesammler, die einfach Spiele kurz vorstellt und in dieser kurzen Zeit einem schon gut zeigen kann, ob man das Spiel spielen will oder nicht. Echt hübsch gemacht, vor allem auch weil da sehr viele abseitige Nischentitel behandelt werden: https://www.youtube.com/user/MetalJesusRocks

    Und ich bin mir sicher, dass es da draußen noch viele weitere solche genialen YouTuber gibt. Leute, die nicht auf diese Mainstream-Welle schwimmen, ihr Ding durchziehen und einfach nur unterhaltsame Videos produzieren. Das Problem: Man kann auf YouTube nicht vernünftig danach suchen, weil auf einem solcher YouTuber gefühlte 500000 Let’s Player kommen. In der normalen Suche fallen diese einfach nicht auf und gehen komplett unter!

    Dabei sind doch gerade solche Kanäle toll. Wo Menschen sich wirklich MIT den Spielen auseinandersetzen und diese nicht nur als Mittel zum Zweck benutzen um mit möglichst wenig Aufwand sich selbst zu produzieren und Geld verdienen zu wollen. Nichts ist schlimmer als Menschen, die eine Art „Personenkult“ um sich aufbauen wollen. *grusel*

    Mal ein andere Themenvorschlag – wo ich so gerade meine alten Artikel für die Lotek64 durchgehe (dem besten Printmagazin der letzten Jahre, WEIT besser als alles was heute als „Retromagazin“ auf dem Printmarkt existiert 😉 ): Macht doch mal eine Ausgabe über Unterschiede zwischen Printjournalismus und Onlinejournalismus. Gerade was die ästhetische Seite betrifft. Denn mir fällt gerade wieder auf, wie erhaben Artikel in Printmedien im Vergleich zu Webseiten aussehen und das man da – selbst als PDF – viel lieber drin stöbert als in solchen Homepages die immer gleich aussehen…

    Hach, jetzt habe ich wieder so nen Sermon verfasst. Ob ich das mal je hinbekomme meine Meinung in 4 Sätzen zu verfassen? 😀

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    • rektorsown 2. August 2015 / 17:40

      also im prinzip magst du let’s player nicht, weil sie erfolgreich sind? Unabhängig vom Aufwand der nun tatsächlich dahintersteht, ist es doch primär denen anzulasten, die Millionenfach diese Formate schauen, als den paar Leuten, die sie produzieren.

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      • Axel 2. August 2015 / 17:58

        Das hat nur wenig mit dem Erfolg zu tun. Sondern weil es eben nicht nur „die paar Leute sind, die sie produzieren“. Bevor ich mir ein Spiel kaufe, schaue ich mir gerne Vidematerial von einem Spiel an. Oder noch besser ein schönes kreatives Review. Aber verusch sowas mal auf YouTube zu finden. Zu 98% findet man doch nur irgendwelche Let’s Plays. Und die sind gänzlichst ungeeignet um mir ein echtes Bild von einem Spiel machen zu können. Sie sin weder informativ wie es ein gutes Review-Video sein kann, noch bringen sie einem die Stimmung eines Spiels näher, weil ständig irgendjemand irgendwas belangloses drüberquatscht. Und meistens dann auch noch mit ner ziemlich Fäkalsprache garniert.

        Ich finde es schade, dass Nintendo das nicht durchgebracht hat an solchen Videos zumindest etwas mitverdienen zu können. Dort sind Leute, die ungefragt deren Trademarks (!) nutzen um damit Geld verdienen wollen und Nintendo bekommt nichts ab. Das ist unfair! Bei jeder Discoveranstaltung muss richtigerweise auch Geld an die GEMA abgeführt werden, immerhin nutzt man Musik auf kommerziellem Wege. Ohne Musik keine Disco.

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        • rektorsown 2. August 2015 / 19:48

          deine kritik richtet sich also eher gegen die suchmöglichkeiten auf youtube? weder das format selbst, noch die leute dahinter sind doch daran schuld, dass du lieber kurze informative reviews schaust.

          zu dem 2. punkt.: nintendo steht sich offenkundig mit dieser politik nur selbst im weg. wenn let’s plays ein wesentlicher bestandteil von außenwirkung und werbung für bestimmte viedeospiele sind (ich denke, dass ist der fall) dann wird nintendo eben ohne diese werbung auskommen müssen, wenn sie von den werbenden dafür auch noch geld verlangen.

          allgemein machst du mit GEMA und dem diskobeispiel einen vergleich auf, der einen eigenen aufreger darstellt, der wohl hier den rahmen sprengen würde, ich denke aber, dass ein diskobesuch und das schauen von let’s plays sich derartig stark voneinander unterscheiden, dass ein beharren auf diesem vergleich keine grundlage hätte.

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          • Axel 2. August 2015 / 22:13

            Nö, der Vergleich ist absolut angemessen! In beiden Fällen wird die kreative Leistung dritte dafür verwendet um Geld zu verdienen! Denn ohne Musik keine Disko (und damit keine Eintrittsgelder und Verkauf von alkoholischen Getränken) und ohne Spiele keine Let’s Plays. Das unterscheidet sich nicht, weil man bei beiden Dingen kreative Erzeugnisse Dritter für kommerzielle Nutze verwendet.

            Und die GEMA ist kein Aufreger, wenn man die Debatte einfach mal versachlichen würde. Was man im Internet und in den Medien nur leider nicht gerne tut. Denn es ist ja immer schön ein Feindbild zu haben. Das ist jetzt hier aber OT.

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        • Andre 2. August 2015 / 21:14

          Die Suchfunktion auf Youtube gewichtet Ergebnisse auch nach Zugriffen und Interaktionen. Insofern hat Erfolg schon was damit zu tun.

          Bei den Videos, die ich auf dem GameStar-Kanal veröffentliche sieht man übrigens auch immer wieder, dass dort viele Leute eher auf der Suche nach Zerstreuung und Entertainment sind. Historisch ist Youtube ja auch eine Plattform für kurze, ulkige Clips. Das wird sich erst über die Zeit wandeln, wenn überhaupt.

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    • Brandon 3. August 2015 / 2:00

      Das ist genau so, als würde man sagen, die Ausländer nehmen unsere Arbeitsplätze weg

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      • Andre 3. August 2015 / 7:40

        Brandon…das war doch der Witz an meinem Text, dass er genau so geschrieben ist. ^^

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  2. Phillip 2. August 2015 / 12:38

    Ich höre zum ersten mal euren Podcast (Primär wegen Piet), es würde sehr zur qualität beitragen wenn ihr nicht skype, sonderen Teamspeak 3 benutzen, da es sehr oft rauscht und die qualität schlechter wird wenn mann eine zeit nicht geredet hat. Nur ein gut gemeinter tipp 🙂

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  3. Danjolski 2. August 2015 / 13:28

    scchhh… tschau… scchhh… tschau… scchhh… tschau… scchhh… tschau… scchhh… tschau…

    Ich kann nicht mehr 😀

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    • Andre 2. August 2015 / 18:11

      Keine Ahnung, wie das zustande gekommen ist. Aber stellen wir uns einfach vor, es sei Absicht ^^

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  4. Peter Müller 2. August 2015 / 14:03

    (Große) YouTuber erinnern mich an die Talkshow-Moderatoren bei den Privaten der 90ern. Nur dass die sich selber nicht so ernst genommen haben.

    Das einzig Gute an den (großen) YouTubern ist, dass es ohne sie viele coole Videos von Jan Böhmermann nicht gäbe.

    Bestimmt gibt es auch ganz tolle YouTuber, nur kenne ich kaum welche.

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  5. Axel 2. August 2015 / 18:27

    Abseits vom Let’s Play Thema fande ich die Heuchelei von den Piet gegen Ende doch sehr unerträglich. Ihr, Jochen und Andre, wart zwar kritisch, konntet aber natürlich euren Gast nicht in die Pfanne hauen. Was ich Euch nicht anlasten möchte.

    Es geht um das Thema Spenden. Ich bin der festen Überzeugung: Wenn man nicht darauf angewiesen ist, sollte man auf Spenden KOMPLETT verzichten. Wenn ihr beiden, Andre und Jochen, jetzt sagen würdet: „Unterstützt uns auf Patreon, damit wir die Kosten für den Podcast tragen können“ wäre das absolut legitim. Ich sammle für meine Projekte auch Spenden, damit diese sich von allein tragen können. Das ist wirklich legitim und genau für solche Fälle wurde das Spendenmodell ja auch etabliert: Damit nieschige Projekte auch eine Chance haben ihre Kosten zu tragen. Und es gibt ja auch einen Unterschied zwischen Kostenneurtralität und viel Geld verdienen.

    Aber was Piet und seine Jungs da abziehen geht garnicht. Wie Piet selber sagt, sind die nicht auf Spenden angewiesen. Er sagt selbst, dass er an ein großeres YouTube-Netzwerk beteiligt ist, sie verdienen recht viel mit den Werbegeldern, machen kein Heel daraus Product Placement zu betreiben und solche Dinge. Da kann ich doch nicht noch hingehen und sagen: „Spendet uns etwas“ und das auf eine Weise, die auch noch ziemlich daneben ist. Es ist ja nicht nur ein kleiner PayPal Button, sondern sie sammeln diese Gelder während sie Streamen. Diese Streams werden von tausenden zumeist Jugendlichen geschaut. Wenn man dann live vom System angezeigt bekommt, dass derjeniege soundsoviel spendet, dann kann schon einiges an Druck auf den Einzelnen aufgebaut werden. Ich denke nicht, dass viele junge Leute diese Mechanismen durchschauen.

    Also es wird da doch ein nicht unerheblicher Druck aufgebaut und das finde ich, hat nichts mehr mit einer freiwilligen Spende zu tun. Wenn man solche Mails von Leuten bekommt, die unbedingt etwas Geld spenden möchten, kann man ihnen in der Antwort auch die PayPal-Adresse nennen und sagen: „Okay, Danke für Deinen Support. Wenn Du wirklich möchtest, spende eine Kleinigkeit“. Das wäre der moralisch bessere Weg gewesen. Aber nicht auf diese Weise.

    Und da fande ich dann die Heuchelei eures Gastes als er sagte „Ich habe ja schon ein sehr schlechtes Gewissen dabei“ einfach unerträglich. Wenn man ein schlechtes Gewissen bei etwas hat, dann bietet man es nicht an. So einfach ist das. Aber sich dann noch hinstellen und was von nem schlechten Gewissen reden um es dann dennoch zu machen, das ist schon arg zynisch.

    Auch diese Sache mit der „Authentizität“ fande ich eher unglaubwürdig. Denn Piet hat in einem Nebensatz ja gesagt: „Wären wir nicht mehr so brachial, würden wir nicht mehr gesehen werden“. Also davon abgesehen das „brachial“ ein ziemliche Euphemisus für den Content ist (ich habe vorhin erstmals in ein paar Videos angeschaut und fande die Sprache wirklich fürchterlich), muss man sich einfach auch der Vorbildfunktion stellen. Die Kids (und ja, Jugendliche sind in meinen Augen noch Kinder!) adaptieren solche Dinge und das halte ich für sehr gefährlich. Warum muss man denen solche extrem gewalttätigen Spiele zeigen (Ich habe mit 14 auch Evil Dead geschaut, aber im Vergleich zu heutigen Computerspielen war das damals ja harmlos!)? Warum diese aufgesetzte „coolness“? Warum kann er in den Videos nicht so sprechen wie bei Euch im Podcast? Authentisch ist da meiner Ansicht nach nix.

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    • Andre 2. August 2015 / 21:11

      Ich glaube schon, dass das authentisch ist. Wenn ich mit Kumpels zocke, rede ich auch nicht wie im Podcast. 😉

      Ich würde übrigens nicht sagen, Spenden dürfen nur zur Kostendeckung dienen. Wenn jemand von Spenden leben kann, sich also von Unterstützern ein Gehalt zahlen lassen kann, warum nicht? Über Zielgruppe und Spendenmechanik kann man allerdings sicher kritisch diskutieren.

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      • Axel 2. August 2015 / 22:29

        Nur mit dem Unterschied, dass Du, wenn Du mit deinen Kumpels zockst, das wohl nicht unbedingt veröffentlichst (denk ich zumindest). 😉 Wenn ich interviewt werde oder mich sonst durch meine Projekte öffentlich äußere, wähle ich meine Worte mit Bedacht und natürlich nicht so, wie ich im realen Leben spreche. Das gehört für mich aber auch zur Wertschätzung der Menschen, an die man sich dann öffentlich wendet, auch dazu. (Disclaimer: Außer ein Podcaster bringt mich mit seinen Thesen so in Wallung, dass ich mich da etwas vergesse. Aber in dem Fall habe ich mich hinterher ja auch für entschuldigt. 😉 )

        Ob sich von Spenden leben lässt, weiß ich nicht. Wäre doch sehr doof sich davon abhängig machen zu müssen. Es ging mir eher darum: Wenn man nicht drauf angewiesen ist, warum dann anbieten und warum mit dieser Begründung?

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        • Andre 2. August 2015 / 22:54

          Nun war die Prämisse aber doch „authentisch“ und nicht „repräsentativ“?

          Und ob man sich davon abhängig machen will, ist eine andere Frage. Will sich der Freiberufler von Kundenaufträgen abhängig machen? Der befristet Angestellte von einer Vertragsverlängerung?

          Das man, wenn man nicht drauf angewiesen ist, vielleicht auf Spenden verzichten sollte – unbenommen. Andererseits weiß keiner, ob das mit den Let’s Plays nicht eine Blase ist, die in zwei Jahren platzt – gibt Peter ja auch zu. Da wäre es logisch so viel mitzunehmen wie geht, solange es noch geht.

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          • Axel 2. August 2015 / 23:14

            Jetzt fängst Du aber an aufzuwiegen. Befristete Anstellungen sind sozialpolitisch abzulehnen, vor allem weil in dem Feld zumeist Hartz IV Empfänger verheizt und unterbezahlt werden und der Staat subventioniert das alles auch noch. Wäre jetzt aber OT das Themenfeld.

            Ob das ganze mit YT nun ne Blase ist oder nicht ist doch erstmal egal. Bei der Gamestar hat man damals, als es noch besser mit den Printverkäufen lief, doch auch nicht gesagt „Spendet uns etwas“ oder ähnliches – nur um mitzunehmen was geht. Wenn die Blase platzt, sucht man sich eben was neues. Ganz sicher wird es Let’s Plays in dieser kommerziellen Form nicht ewig geben. Vielleicht würde danach wieder das Feld frei werden für Menschen, die sich wieder mit Spielen beschäftigen und darüber journalistisch berichten möchten. Journalismus lässt sich ja auch unterhaltsam verpacken, wie der Games’n’Politics Kanal zeigt. 😉

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          • Andre 3. August 2015 / 0:22

            Ich wollte die Beispiele nicht gleichsetzen, sondern nur sagen: es gibt viele Abhängigkeiten und Unwägbarkeiten wenn es um den Broterwerb geht und deswegen finde ich die implizierte Skepsis sich von Unterstützern „abhängig“ zu machen persönlich nicht so gravierend.

            Und wenn die GameStar damals gewusst hätte, dass sie viel Geld von Spendern einsammeln kann…wer weiß? Es ist für jeden Geschäftsmann und jede Firma erstmal normal, alle Erlösquellen zu erschließen. Die moralische Abwägung die wir hier vornehmen geschieht ja auf Basis von Spekulationen…Anteil von „Kindern“, undurchschaubare psychologische Wirkmechanismen etc… Das klingt dramatisch, aber entbehrt auch noch in vielen Fällen einer echten Grundlage.

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  6. rektorsown 2. August 2015 / 20:15

    twitchstreams bei denen gegen spenden die nachrichten der spender eingeblendet werden sind doch aber weit verbreitete realität im bereich gamestreams. beständiges betteln um spenden in einigen streams ist sicherlich anstrengend, aber davon zu reden, dass das „garnicht geht“ halte ich für stark übertrieben. niemand wird gezwungen sein geld zu investieren und mündige menschen sollten selbstständig entscheiden können worin sie ihre euros investieren. ich denke dü überschätzt den sozialen druck, der durch die eingeblendeten nachrichten entsteht gewaltig.

    und an der stelle sollte man auch nicht päpstlicher als der papst sein: diese vorm von spenden in gamestreams sind der standart. einzelnen vertretern unmoralisches verhalten voruzuwerfen ist an der stelle einfach nicht zielführend.

    möglicherweise wäre es wünschenswert, wenn die menschen ihr geld eher an soziale projekte spenden würden. daraus einen vorwurf an die streamer abzuleiten halte ich aber für unbegründet

    auch was die inhaltiche qualität der videos und streams angeht: das produkt, dass die jungs abliefern ist erfolgreich. wie verantwortlich man mit der eigenen reichweite umgeht ist sicherlich zu hinterfragen, aber warum man aus einem unterhaltungsvideo gleich wieder ein bildungsvideo machen muss ist mir ein rätsel.

    und zum thema jugendschutz mag ich nur festhalten: es ist vorrangig aufgabe der eltern sich mit dem auseinanderzusetzen, was ihre kinder da im internet tun. und die frage, ob man soetwas zeigen „muss“ ist wieder die falsche. mit dem selben hintergrund könnte man fragen: muss man soetwas (horrorspiele/filme ect.) überhaupt produzieren, wenn es hinterher kindern gezeigt werden könnte? wichtig ist doch der verantwortungsvolle umgang mit medien und den lernt man auch nicht dadurch, dass man systematisch deren konsum verbietet

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    • Axel 2. August 2015 / 22:59

      „ich denke du überschätzt den sozialen druck, der durch die eingeblendeten nachrichten entsteht gewaltig.“

      Nein, tu ich nicht. Ich habe mich längere Zeit mit solchen Mechanismen und Medienpsychologie auseinandergesetzt. Ähnlich haben ja auch damals auch diese Sender wie 9Live gearbeitet.

      Wenn Du als jugendlicher Mensch, der solche Mechanismen nicht durchschaut,so einen Stream schaust, dann fühlt man sich etwas wie einer „Community“ zugehörig. Diese YT-Stars versuchen ja auch den Anschein dieser „Community“ aufrecht zu erhalten und zu stärken. Es ist aber keine Community Wenn man dann als Jugendlicher dann vielleicht auch noch einsam ist, im Real Life Probleme hat, dann ist die Gefahr sehr hoch sich dann in etwas zu verrennen. So ein Beispiel erlebe ich gerade bei einem Kind von befreundeten Eltern. Und gerade als Eltern von einem Jugendlichen wird ist es sowieso extrem schwer da ranzukommen.

      (Von wegen für Jugendschutz sind die Eltern zuständig, nenne mir mal EINEN 13 jährigen, der freiwillig mit seinen Eltern darüber reden will, was er im Internet so treibt!!)

      Worauf ich hinaus will: Bist du als Jugendlicher psychisch vielleicht nicht ganz so auf der Höhe (was nicht negativ gemeint ist!), wirst vielleicht auch daheim benachteiligt weil die Eltern vielleicht ständig arbeiten müssen; dann bist Du für solche Mechanismen einfach viel, viel anfälliger als jemand, der schon in dem Alter mit beiden Beinen im Leben steht, ein super Verhältnis zu den Eltern und viele Freunde im Real Life hat (ob diese sich aber so ekzessiv einer imaginären „Community“ zugehörig fühlen wollen, kann bezweifelt werden). Und dann können solche „Spendenmodelle“ wie in diesen Gamingstreams durchaus extremen Druck aufbauen, wenn man dann sieht: User A spendet 10€, User B 15€, User C 25€. Wenn das dann sogar in Bereichen von 50€ oder gar 100€ geht, wird das wirklich gefährlich. Es entsteht ein Druck, weil man selbst ja auch „dazu gehören“ möchte. SO arbeiten in der Tat auch Sekten und deswegen war Jochens Vergleich mit diesen TV-Predigern in den USA wirklich nicht weit hergeholt.

      „möglicherweise wäre es wünschenswert, wenn die menschen ihr geld eher an soziale projekte spenden würden. daraus einen vorwurf an die streamer abzuleiten halte ich aber für unbegründet“

      Es geht nicht darum ob es ein guter Zweck ist oder nicht. Würden Jochen und Andre nächste Woche sagen: „Leute, wir haben jetzt ne eigene Homepage und wie ihr wisst haben wir auch so Kosten für unseren Podcast zu tragen – wir würden uns riesig freuen, wenn Ihr uns auf Patreon unterstützt“ dann würde ich wohl auch monatlich 3-5€ oder so spenden. Der Unterschied: Ich bin 31 und stehe im Leben, ich weiß selbst wie zeitaufwendig und kostenintensiv so ein Hobbyprojekt sein kann und von mir würde solch eine Spende definitiv freiwillig kommen, weil ich den Podcast geil und unterstützenswert finde. Hier wird aber nicht künstlich eine „Community“ erzeugt oder ein „Zusammengehörigkeitsgefühl“. Zudem ich denke, dass die meisten Hörer hier auch eher so 25+ sind, wo man den Wert von Geld einfach besser einschätzen kann wie mit 16. Ich bleibe dabei: In dem Alter sind viele noch Kinder!

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      • rektorsown 3. August 2015 / 4:42

        ich verwehre mich dagegen mich in spekulationen und küchenpsychologie zu ergehen, auch wenn ich nicht immer frei davon sein werde,

        „Diese YT-Stars versuchen ja auch den Anschein dieser “Community” aufrecht zu erhalten und zu stärken. Es ist aber keine Community“

        Hier wirfst du einige DInge derart durcheinander, sodass für mich nicht ganz klar ist was du im einzelnen meinst.
        Ich halte es für naiv zu bestreiten, dass die großen Youtuber Communities haben. Natürlich haben die Leute Fans, die sich in Gruppen zusammenfinden, ob nun in kleinem oder großen Rahmen, in sozialen Netzwerken oder dem Schulhof, die sich darüber definieren Fan des einen oder anderen Youtubers zu sein. Was braucht es mehr, um von einer Community zu reden?

        Ich denke, du meinst, dass viele Youtuber mit dem Versprechen von sozialer nähe zu ihrem Idol eine „Markenbindung“ zur jeweligen Person aufbauen und darauf Teile ihres Erfolgs beruhen. Und dieses versprechen kann man nicht erfüllen, wobei gerade junge menschen unter umständen noch nicht die nötige Lebenserfahrung mitbringen um das zu erkennen. Und wer nun deiner Ansicht nach ohnehin soziale Schwierigkeiten hat ist eben anfälliger dafür, deutlich mehr Zeit mit „Fan sein“ zu verbringen als ihm gut tut.

        Das selbe gilt übrigens auch für Menschen die zu gewalt neigen und beim Konsum von Doom und Co, zu aggressiven Amokläufern mutieren, so man denn der Berichterstattung glauben schenken mag. Beide Gruppen essen übrigens auch mit hoher Wahrscheinlichkeit Brot, Menschen mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit könnten … aber egal,

        Zum Glück haben Jugendliche kein Paypalkonto. Haben sie doch? Und wessen Schuld ist das? Ist Piet dafür zur Verantwortung zu ziehen, dass manche Eltern das Thema erziehung weitestgehend ignorieren? Selbst wenn ich dir jetzt einen 13-jährigen herzitiere, der mit seinen Eltern offen über seinen Internetverkehr redet, ändert das nichts daran, dass Eltern für ihre Kinder verantwortlich sind. Ob das der zugang zu entsprechend expliziten Medien ist, oder der Umgang mit Geld, Das ist Aufgabe der Eltern. NIcht Aufgabe der Lehrer, der Filmstudios und Spieleschmieden und auch nicht der Youtuber.

        Und für alle anderen 18+ gilt auch weiterhin, dass erwachsene Menschen für sich selbst verantwortlich sind. Oder doch erst dann, wenn man mit 31 mitten im Leben steht?

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  7. Patrick 2. August 2015 / 20:58

    Fand es gut, dass Ihr noch relativ kritisch auf das Thema Twitch/Spenden eingegangen seid! Auch wenn ich selbst kaum Streams schaue, ist mir das schon öfters übel aufgestoßen. „Kaufe Dir 5 Sekunden Aufmerksamkeit und gespielte Dankbarkeit für 500 Dollar oder mehr!“ Das betrifft vor allem die großen (US)-Streamer, aber die (küchen-)psychologische Mechanik dahinter ist wirklich schwer grenzwertig.
    Dieser Trend „Twitch als lukrativer Zweitjob für Youtuber“ wäre allgemein interessant, um es genauer zu beleuchten, finde ich. Wer schaut das, warum, wie findet dort dort die Zuschauerbindung statt? usw.

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  8. Dirk Allakezc 3. August 2015 / 0:33

    Als erstes der Podcast war super 5 Sterne von mir.
    Ich habe mir noch vor 3 Tage überlegt was für ein Podcast jetzt kommt. Nachdem über den letzten ja so intensiv diskutiert wurde. Dabei sind mir 2 Themen eingefallen „YT-Gamer vs. Spielezeitschriften“ oder „Mortal Kombat ab 18!!! Ist die USK am Ende?“ und siehe da es wird direkt über Youtuber gesprochen.
    Leider habt ihr euch einen „guten“ Youtuber rausgesucht ,der meiner Meinung nach vieles in seinem Kanal offen darlegt. Besser wäre es wenn ihr ein Interview mit einem Youtuber gehabt hätte der den Leuten das Geld aus der Tasche zieht.Aber so einer wäre natürlich nicht zu so einem kleinen Podcast gekommen .
    Generell war der Podcast sehr informativ ,obwohl ein zweiter oder dritter Teil zu dem Thema nicht schlecht wäre.
    Mir hat vor allem der Vergleich zu Take That gut gefallen, weil es heute genau das gleiche Bild gibt wie damals als mehrere kreischende Teenies vor einer Halle standen um Robbie/Gary/Howard/Jason/Mark zusehen ,bloss das es heute Gronkh/Pietsmiet/Lefloid/Unge/ApeCrime bei den Webvideopreis sind.
    Schade finde ich nur dass der Podcast wohl vor der Veröffentlichung des „grandiosen“ Kartoffelsalat Film aufgenommen wurde. Da hätte ich gerne auch noch die ein oder andere Meinung dazu gehört.
    Ansonsten freue ich mich schon auf den nächsten Podcast, wird es vielleicht dazu ein Teaser geben?

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  9. Lukas 3. August 2015 / 13:15

    Zunächst einmal: Super Podcast und auch wieder eine gute Folge!

    Ich käme nie auf die Idee, Let’s Plays zu verteidigen, ich finde da auch sehr viele kritische Punkte und ich stehe auch generell dem ganzen Youtube-Trend kritisch gegenüber.
    Aber an einer Stelle muss ich Jochen Kontra geben: Die Aussage, LPs zu schauen, mute ihm sinnlos an, weil derjenige das Spiel dann ja nicht mehr kaufen würde (oder so ähnlich): Diese Sichtweise ist recht eindimensional. Und daher geht es mir hier auch gar nicht darum, LPs zu verteidigen, sondern eher eine (hoffentlich konstruktive ;-)) Kritik am Podcast zu äußern, die damit zusammenhängt, und das ist die starke Fokussierung auf Triple-A-, 08/15- oder Mainstream-Spiele, oder wie man sie auch nennen mag.

    Klar, ein stark storylastiges Spiel (die ja sicher die Mehrheit unter den AAA-Spielen heutzutage stellen) hat für mich vielleicht den Reiz verloren, wenn ich die Story bereits aus dem LP kenne und die Story alles ist, was das Spiel ausmacht. Aber es gibt auch andere Spiele. Was ist mit Aufbaustrategie, Echtzeitstrategie, Wirtschaftssimulationen, auf die Spielmechanik fokussierten Indie-Spielen, Grand Strategy à la Paradox (Europa Universalis, Crusader Kings, Hearts of Iron, …) oder ähnlichen? Da kann der Reiz durchaus ein anderer sein als nur die Story kennenzulernen, beispielsweise Inspiration für eigene Strategien, Hilfe, wenn man im Spiel nicht weiterkommt oder generell die Bewunderung, wenn der LPler ein solches „anspruchsvolles“ Spiel (gegenüber Triple-A-Spielen) viel besser beherrscht als man selbst.
    Das gleiche bei der DLC-Folge: Klar ist die Pferderüstung, die man sich für ein Rollenspiel zusätzlich als DLC kaufen kann, schon vorher eingeplant. Aber niemand kann behaupten, dass Spiele wie Europa Universalis 4 oder Crusader Kings II, die bzw. deren Hersteller IMMENS von DLCs profitieren, schon bei Release als die Spiele geplant waren, die sie heute sind. Wenn man beide Spiele einmal in der Release- und einmal in der heutigen Version spielte, hätte man beinahe jeweils zwei verschiedene Spiele. Das gleiche bei Civilization 5, und das rangiert bei Steam seit Jahren unter den meistgespielten Spielen, wir reden hier also nicht von einer kompletten Nische. Und auch die beiden erstgenannten sind nicht total irrelevant.

    Mein Punkt ist nicht, dass ich will, dass ihr jetzt sofort über solche Spiele redet, aber gefühlt besteht der Podcast nur aus Triple-A-Spielen mit starkem Storyfokus, eben diese Spiele, die sich „so eben mal durchspielen“ lassen, weil sie so gestreamlined sind. Nicht mal bei der DLC-Folge wurden andere als die „Mainstream“-Genres erwähnt. Dass es auch noch einen ganzen Haufen anderer Genres gibt, die zusammengenommen vielleicht gar nicht sooo irrelevant sind und auf die sich manche Argumente vielleicht nicht ganz anwenden lassen, wird immer unter den Teppich gekehrt.

    Das ist allerdings Kritik auf hohem Niveau, da euer Podcast an sich ja super ist. Nur dieses eine Element stoß mir jetzt schon mehrmals negativ auf 😉

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    • Jochen 3. August 2015 / 18:09

      Wenn wir häufig über einen gewissen Schlag von Triple-A-Spiele sprechen, dann tun wir das aus mehreren Gründen. Zum einen haben wir die beide gespielt; eine Folge über Civilization 5 wäre ein reiner Jochen-Monolog, bei einer Folge über Prügelspiele à la Mortal Kombat wiederum hätte ich nicht das Geringste beizutragen. Zum anderen haben auch eine Mehrzahl der Hörer diese Spiele entweder selbst gespielt oder sind durch die Medien zumindest vertraut damit; wir können uns also (langweilige) Beschreibung sparen und direkt in die Analyse und Meinung gehen. Das tut dem Podcast, finde ich, gut. Und es macht – mindestens genau so wichtig – uns Podcastern mehr Spaß als Erklärbärspielchen.

      Was jetzt freilich nicht bedeuten soll, dass wir nie über Nischenspiele reden wollen oder werden. Ich bequatsche das mal mit André.

      P.S. Als 500-Stunden-in-Civ-5-versenkt-Haber muss ich dem Beispiel übrigens sehr vehement widersprechen. Civ 5 hatte zwei sehr gute Addons – und gegen Addons hab ich nix. Die DLCs mit viel zu teuren Völkern oder Mappacks sind auch dort ’ne Frechheit.

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      • Lukas 4. August 2015 / 20:24

        Okay, das sehe ich schon ein. Es gibt nur eben manchmal den Moment, in dem ich mir denke: „Aber… aber es gibt doch auch noch Spiel oder Genre XY, für das das überhaupt nicht gilt!“ 😀
        Civ 5 war da vielleicht ein bisschen ein falsches Beispiel; tatsächlich hatte ich bei der DLC-Folge hauptsächlich Crusader Kings II und Europa Universalis 4, bei der Youtube-Folge hauptsächlich LPs über Aufbaustrategie, Wirtschaftssimulationen oder Echtzeitstrategie im Kopf.
        Aber es stimmt natürlich, dass Youtube-Kanäle, die LPs genannter Genres zeigen, eher im niedrigen 10000er-Bereich anzusiedeln sind, was die Abonnentenzahlen angeht, von daher verstehe ich ja auch, dass dein Argument hierzu für über 90 % der Let’s Plays richtig ist.
        Ich hätte wahrscheinlich nur, als imaginärer dritter bzw. vierter Podcast-Teilnehmer, an den Stellen der Vollständigkeit halber die Ausnahmen von der Triple-A-Regel erwähnt – Aber der Fokus des Podcasts ist natürlich ein anderer, was ja auch vollkommen okay ist 🙂

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  10. rammmses 4. August 2015 / 13:39

    Das war doch mal wieder eine spannende Folge! Sehr schön zu hören, dass die YouTuber selbst wohl nicht so richtig verstehen können, wieso sich das jemand anschaut^^ Freizeit ist begrenzt und da spiele ich doch lieber selbst, als anderen dabei zuzuschauen. Kann mit der ganzen Szene auch persönlich überhaupt nichts anfangen, aber finde die Popularität da auch etwas erschreckend. Es geht sicher auch viel Richtung Selbstdarstellung, was im Podcast etwas unterschlagen wurde. Wurde ja angedeutet, dass die Leute nicht wegen der Spiele, sondern wegen der Personen dahinter zugucken. In dem Sinne ist natürlich auch der Gedanke der Konkurrenz zum klassischen Spiele-Journalismus eher unsinnig. Kann mir nicht vorstellen, dass ein relevanter Teil der Zuschauer Let’s Plays als Kaufberatung oder gar Spielekritik auffasst. Mein Problem ist auch ein wenig die Entwertung der Spiele, ich meine ein Witcher 3 oder Evil Within irgendwie als Hintergrundberieselung für 14-Jährige oder Basis für pubertäre Flachwitze… bin ich der einzige, dem da ein wenig ein Hut hochgeht übertrieben ausgedrückt? Als Hersteller würde ich jedenfalls meine Spiele sehr ungern auf diese Art „beworben“ sehen,

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  11. Onkel Erika 4. August 2015 / 16:32

    Um hier mal mit dem Eindruck zu brechen keiner eurer Hörer würde Let’s Plays schauen: Ich schaue gern Let’s Plays!

    Warum? Aus ganz verschieden Gründen. Weil die Leute unterhaltsam/interessant/lustig sind. Weil mich ein Spiel interessiert, ich aber auf absehbare Zeit die dafür nötige Plattform nicht habe. Weil ich sehen will wie jemand anderes ein Spiel, das ich sehr mag, meistert (Dark Souls etc…) Um einen Eindruck von einem Spiel zu bekommen „als wenn ich es selbst spielen würde“, mangels Demo etc.

    Wenn es mir gefällt dann höre ich nach zwei oder drei Folgen erstmal auf zu schauen, kaufe und spiel das Spiel selber und schaue dann vielleicht weiter oder auch nicht. Vielleicht merke ich aber auch, dass mir das Spiel vermutlich nicht liegt, dann kaufe ich es eben nicht und erspare mir eine Enttäuschung. Von daher können Let’s Plays sich auf den Spielekauf in beide Richtungen auswirken, tendentiell sind sie aber eher gute Werbung, würde ich sagen. Wie groß wäre Minecraft ohne die LPs vom Yogscast und anderen geworden – und umgekehrt natürlich?

    Außerdem @Alex: Es gibt nicht „Das Let’s Play“. Die sind genauso unterschiedlich wie alle anderen Unterhaltungsformen auch. „Hass“ ist doch völliger Unsinn. Wie inflationär heutzutage überhaupt etwas gehasst wird. Ignorieren ist doch so viel einfacher.

    Und zum Thema Let’s Play vs. Selber spielen: Zum einen wie oben erwähnt plattformexklusive Titel, zum anderen kann man Let’s Plays auch prima schauen wenn man nicht spielen kann. Ich schaue z.B. wenn ich alleine esse weil Frau auf Arbeit ist. Oder nebenbei beim Vokabeln wiederholen. Generell ist das ein komisches Argument, weil es einfach zwei grundverschiedene Dinge sind. Nur weil ich selbst Musik machen kann höre ich doch nicht auf sie zu hören. Nur weil ich Fußball spielen kann höre ich doch nicht auf ihn im TV zu schauen. Und so weiter und so fort…

    Spendenthematik: FInde ich unproblematisch, man sollte es nur nicht spenden nennen, das ist für mich für wohltätige Zwecke reserviert. Ansonsten ist das doch auch nichts anderes als Flattr, Patreon oder im weitesten Sinne sogar Kickstarter.

    So, Lanze Pro Let’s Play gebrochen 😛

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  12. David 4. August 2015 / 21:32

    Super Diskussion hier im Kommentarbereich. Für mich am interessantesten war die Diskussion zwischen REKTORSOWN und Axel. Beide haben Argumente, die ich nachvollziehen kann.

    Bin selber 30 Jahre alt und bin der Meinung man trägt eine Gewisse Eigenverantwortung.
    Es gibt auch Menschen mit einem Jahreseinkommen von 1 Million Euro(überspitzt formuliert) und die haben kein Problem hohe Beträge zu bezahlen.

    Allerdings gibt es auch eventuell Menschen, die nicht reich sind, die das auch nicht überblicken können.

    Kann man bei Twitch und Co eigentlich Höchstbeträge festlegen?
    Wenn die alle Spenden verbieten würden, würden ja auch die 2 Euro von Andre nicht möglich sein und wegen 2 Euro würde auch Wenige einen Streamer nach der paypal Adresse per Email fragen, weil der Aufwand zum nutzen für die meisten zu hoch wäre.

    Ich finde oder ich habe(trifft es eher) auf die Frage Spenden annehmen oder nicht, was ist eigentlich eine Hohe Spende, gibt es keine einfache oder absolute Antwort.

    Wenn ein Podcast nicht nur unterhält, sondern auch zum nachdenken anregt, einen hilft sich eine Meinung zu bilden, dann ist das ziemlich geil!

    Möchte mich auch an dieser Stelle bei den Podcastern und allen Beteiligten bedanken für Ihre Arbeit.

    Ich mag den Podcast Auf ein Bier.
    Viel Erfolg weiterhin.

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  13. Veljhanov 5. August 2015 / 21:49

    Hallo,

    ich schaue auch gern Let´s Plays. Allerdings eher als Kaufentscheidungshilfe oder aus nostalgischen Gründen um mal zu sehen, wie das damals mit Police Quest 1 war …

    Piet war sehr nett, das einzige was mir nicht so gefallen hat war eure moralisierende Art wenn es um seine Form der Finanzierung geht. Jetzt kann man zwar sagen dass er sich moralisch sehr gerechtfertigt hat und damit solche Nachfragen und Beispiele provoziert, allerdings habt ihr es ein wenig übertrieben.

    Wie Wahrheit ist doch ganz einfach:

    Jeder Mensch will Geld verdienen. Wenn das mit den Werbeeinnahmen, wie beschrieben, rückläufig ist, dann wird auch schnell aus dem Trinkgeld eine Unterstützungsaufforderung (Patreon, hallo) und irgendwann ein fester Beitrag.

    Piet jetzt mit Beispielen von alten Menschen in Hotlines zu kommen, fand ich etwas daneben. Es hat überhaupt nicht gepasst und drängt euch in eine moralinsaure Ecke aus der ihr euch dann schnellstens befreien solltet.

    Ihr könnt mehr als Betroffenheitsonkels sein 😉

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    • Peter Müller 7. August 2015 / 15:51

      Das Problem ist doch nie, dass jemand Geld verdienen möchte, sondern wie jemand Geld verdienen möchte. Menschen in Afrika ihr eigenes Wasser in Flaschen zu verkaufen (Hallo, Nestle), ist nicht so cool.

      Oder wie Gandhi gesagt hat:

      „The world has enough for everyone’s need, but not enough for everyone’s greed.“

      Let’s Player richten sich hauptsächlich an ein junges Publikum, Menschen über 25 finden selten Zugang dazu. Schlimm genug, dass man Titel bewirbt, die nicht in Kinderhände gehören (Grand Theft Auto V), mit den regelmäßigen Spendenaufrufen in Streams werden die Zuschauer unter Druck gesetzt. Nach dem Motto „Spendet uns, damit wir nächsten Monat nicht mit LPs aufhören müssen“.

      Lieber moralinsauer als wie der aktuelle DSDS-Sieger mit dem Abzocken von Omas Kohle machen. Auch wenn „gute Menschen“ in unser Gesellschaft immer unpopulärer werden. Wer sich bei Facebook für Flüchtlinge stark macht, wird angepöbelt und im Real Life bedroht. Aber das würde jetzt zu weit führen.

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      • Veljhanov 9. August 2015 / 21:30

        Ok, danke für deinen Beitrag.

        noch mal deutlicher: Es ist ein Unterschied ob ich einen alten Mann das Geld aus der Tasche ziehen im Vergleich dazu, freiwilliges Trinkgeld anzunehmen.
        Die Depressiven bekommen ja nichts dafür – der alte Mann hingegen schon. Zahlt der alte Mann nicht, dann sitzt er alleine in der Wohnung. Zahlt der Depressive nicht, passt absolut nichts.

        Daher passt der Vergleich nicht.

        All deine anderen Beispiele… nun ja … nett, dass du deine Gedanken geteilt hast.

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  14. Mathias 9. August 2015 / 14:45

    Ich bin fast so alt wie Gronkh und ich mag Let’s Plays. Auch weil ich kaum noch Zeit habe ein Spiel selber zu spielen.
    PietSmiet’s Let’s Plays habe ich kennengelernt als er mit DayZ angefangen hatte. Mein Abo seines Kanals habe ich dann nach einem Monat gekündigt, weil ich das Niveau auf dem die sich unterhalten als abartig empfinde. Aber es ist ihr Markenzeichen, wie ich jetzt weiß und wenn sie damit Erfolg haben habe ich da nichts dagegen, nur meins ist es nicht. 🙂

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    • Veljhanov 12. August 2015 / 23:59

      Richtig … Niveau haben die wirklich nicht.
      Man muss echt den Kopf schütteln wie man damit Geld verdienen kann …

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      • Andre 13. August 2015 / 7:54

        Naja, viele erfolgreiche Comedians haben nun auch kein stellares Niveau.

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  15. Jakob 10. August 2015 / 19:27

    Ich habe den Podcast heute gehört und fand ihn an sich sehr interessant.
    Mich hat aber diese Moralapostelnummer am Ende schon etwas gestört.
    Ja, da nimmt jemand Spenden an, und zwar von Jugendlichen und es ist nicht so schön, dass das auch noch öffentlich im Chat gezeigt wird.

    Aber hey, wenn da jemand auf twitch streamt ist das für mich eine klassische Dienstleistung. Für mich macht das keinen Unterschied ob ich jetzt dem Kellner im Restaurant, dem Friseur, dem Straßenmuskanten oder dem Let’s Player ein Trinkgeld gebe. Ich finde den Begriff Trinkgeld hier sehr passend, und nicht mehr und nicht weniger ist es auch.
    Ein anderer Fall wäre es vielleicht, wenn man die Zuschauer extra zum Spenden animieren würde, aber das wird von Piet anscheinend nicht getan.

    Verlangt ihr auch, dass ein Kellner sein Trinkgeld gemeinnützig spendet, weil er ja noch ein festes Gehalt kriegt?

    Ich finde es daher falsch in diesem Fall die Moralkeule zu schwingen und der Podcast war an dieser Stelle etwas anstrengend.

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  16. Peter Müller 11. August 2015 / 17:11

    Ein YouTuber mit fast 300.000 Abonnenten ist beim Fastpass-Kopieren auf der gamescom aufgeflogen und hat jetzt Ärger mit Activision:

    Wie gut, dass wir Deutschen das Wort Schadenfreude kennen. 😉

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  17. Ulukai 13. Oktober 2015 / 23:57

    Habt ihr ernsthaft darüber spekuliert wie hoch unter den „Online-Spendern“ der Anteil an Menschen mit psychischen/finanziellen Problemen ist? ^^

    Und Views bei LPs = weniger Spielverkäufe? Dazu gibt es auch ständig widersprüchliche Äußerungen von allen Seiten. Die nackten Zahlen an sich zeigen allerdings eine Tendenz zu „nein“ bzw. tlw sogar zu „im Gegenteil“. Viele Zuschauer die ein LP schauen würden sich anders einfach andere Videos anschauen, und nicht gleich alle Spiele kaufen die sie sonst angeschaut hätten. Ich persönlich kaufe sogar sehr viele Spiele (zb. Steam-Sale-.-) die ich dann niemals spiele, mir aber evtl. noch in einem LP anschaue. Oder ich kaufe spiele die ich in einem LP toll fand, dann aber mangels Lust und Zeit doch nicht spiele (eher MP-Titel).

    Wie Piet es erzählt hat, „passive Spieler“ (die lieber ihren Freunden zuschauen statt selbst zu spielen) gab es schon früher (ich kenne Beispiele von vor über 30 Jahren, C64). Aber es war auf den Freundeskreis beschränkt. Manche haben auch Spiele auf VHS aufgenommen und im Bekanntenkreis verliehen. Diese so genannten Walkthrough-Videos/Silent-LPs (ohne Kommentare) waren ja die Vorgänger der heutigen LPs. Und durch zb. Youtube wurde das Computerspiel als passives Erlebnis ja erst Massentauglich.

    Viele Menschen zahlen für Unterhaltung und Informationen, in der Regel weil sie es müssen, und auch für Unterhaltung/Information die sie nicht brauchen/wollen (zb. Werbung, pauschale Abgaben). Viele Menschen würden gerne freiwillig für Unterhaltung und Information etwas bezahlen, aber man gibt ihnen die Möglichkeit dazu einfach nicht (99,999% aller Foren, 98,9% der klassischen kostenlos zugänglichen werbefinanzierten Portale).

    Ich kann gefühlt unter jedem Video/Beitrag im Internetz einen Daumen abgeben. Wenn mir aber zb. ein HowTo-Video auf YT gerade sehr geholfen hat (Zahnriemenwechsel am alten V6 letzte Woche), oder die aufwendige ausführliche arbeitsintensive Produktanalyse eines Users in einem Forum für mich sehr nützlich war, oder einfach der tolle Artikel/Test eines Redakteurs, dann kann ich mich grundsätzlich nicht „finanziell bedanken“ – völlig egal wie hilfreich die entsprechende Information für mich gerade war. Ob ich als Konsument das möchte interessiert hier gar nicht erst.

    Auf die Idee das man sich so auch bei „normalen“ Usern bedanken können möchte ist noch niemand gekommen. Irgendwie kurios. Alle wollen unser (Konsument) Geld, aber viele sind einfach unfähig sich zeitgemäße Vergütungsmodelle oder Optionen einfallen zu lassen.

    Die Musikindustrie musste auch auf dem harten Weg lernen, das der Konsument sich nicht lange ignorieren läßt. Die Verlage tun sich seit Jahren auch schwer damit, etwas aus der Situation zu lernen. Statt mit neuen Dingen zu experimentieren (flexibel und mit hoher Schlagzahl neue Sachen ausprobieren) wird immer wieder versucht an Altem festzuhalten.

    Bestes Beispiel hier die Gamestar und was man damals von LPs gehalten halt. Wie Herr Thomsen mal so schön sagte „If a trend becomes obvious, you are too late.“ Wer sich nix traut, der läuft eben immer nur hinterher…

    Der Konsument ist die einzige Konstante, … der schon lange vor dem aktuellen Angebot da war, und der auch noch lange danach da sein wird. Was verschwindet ist über kurz oder lang alles was sich nicht an ihn und seine Bedürfnisse anpassen möchte.

    Übrigens ein toller Podcast, gerade in dieser Zusammenstellung. Direkt mal Abonniert.

    Weitermachen.

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