Runde #31: David Cage, wir müssen reden! (Überschätzte Spiele Teil 2)

David, wir sind heute alle hier, weil wir dich gern haben. Deine Spiele sind nicht schlecht. Aber wir möchten dir sagen, dass dein fester Glaube daran, dass du gute Geschichten erzählen kannst dir und anderen Schaden zufügt und das du auch uns damit verletzt hast. In erster Linie im Geldbeutel.

Oh…Verzeihung. Da seid ihr doch glatt in unsere Intervention reingeplatzt. Naja. Wenn ihr schonmal da seid: Hört euch doch die ganze Folge an, in der wir mal wieder so richtig krass am abhat0rn sind, wie die coolen Kinder sagen (wir haben noch voll den Draht zur Jugend!). Außerdem in der zweiten Folge von „Überschätzte Spiele“ mit dabei: Half-Life 2 und The Secret of Monkey Island. Yup, ernsthaft. Hart? That’s how we roll!

Nachdem ihr euch ein weiteres Mal davon überzeugen konntet, dass wir der beste Games Podcast aller Zeiten sind, warum diese Erkenntnis nicht endlich mit der Welt teilen? Zum Beispiel über eine schicke 5-Sterne-Bewertung auf iTunes? Oder auf Facebook, durch ein freundliches Posting an die Freunde und Bekannten? Ja, warum nicht sogar eines dieser Flugzeuge anheuern, das dann unsere URL in den Himmel schreibt? Einen Zeppelin kapern und das Podcast-Logo an die Seitenwand malen? Die Welt ist eure Auster, was das angeht!

Oh und Achtung, Vorwarnung: In T – 2 Wochen werden wir auf unsere neue Webseite Gamespodcast.de umziehen. Also schonmal vorsorglich das Bookmark anlegen!

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52 Gedanken zu “Runde #31: David Cage, wir müssen reden! (Überschätzte Spiele Teil 2)

  1. faedwen 8. November 2015 / 8:43

    bis zu der wertungsdiskussion ein sehr schöner cast.
    danach war er für mich wirklich nur noch schwer zu ertragen.

    aber bei einer sache möchte ich euch zumindest teilweise sehr deutlich wiedersprechen.
    viele ehemalige profispieler sind gute bzw könnten gute trainer.sein.
    das problem ist nur die arroganz mit der sie sich hierzulande zb im fußball breit machen.
    ein anspruchsdenken wie : „ich war mal nationalspieler also hab ich die qualifikation um die bayern oder die nationalelf zu coachen“ ist halt nicht sonderlich förderlich für die trainerkarriere.

    da ihr ja auch im us sports bewandert bzw zuhause seid, würde ich gerne die nba als beispiel anführen. hier gibt es sehr viele ehemalige (teilweise auch sehr erfolgreiche) spieler, die nun erfolgreich ein nba team coach(t)en. nur mussten diese eben auch durch die harte co-co-trainer schule und sich bis nach oben arbeiten,
    als beispiel krame ich mal aus meinem gedächtnis phil jackson und don nelson heraus.
    und ja, ich bin in den frühen 2000er jahren nba technisch stehen geblieben. die gute alte zeit ;P.

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      • Andre 8. November 2015 / 11:32

        Was haben wir denn da wieder über Wertungen diskutiert? Wäre cool, wenn sowas nicht einfach in den Raum gestellt, sondern kurz erklärt wird. Erstens, weil dann Kritik nachvollziehbarer wird und zweitens weil manche Folgen, wie diese, so lange her sind, dass ich mich gar nicht mehr erinnern kann, dass wir über Wertungen gesprochen haben.^^

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    • Markus 10. Dezember 2015 / 19:00

      Gerade im US-Sport gibt es aber auch Gegenbeispiele. Von Jim Harbaugh mal abgesehen fällt mir z. B. kaum ein NFL-Coach ein, der prominenter Spieler war. Und auch im Fußball kommen auf einen Guardiola gefühlt 10 Klopps oder Tuchels. Gerade hier in Österreich sind wir mit genügend Kickerlegenden gesegnet, die sich als maximal unterdurchschnittliche Coaches entpuppt haben – Hans Krankl sei als prominentestes Beispiel genannt.

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  2. Dober 8. November 2015 / 9:14

    Downloadbutton Andre? 🙂

    David Cage – freu mich drauf.

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  3. Axel 8. November 2015 / 9:36

    Ich muss den Jochen in vielerlei Hinsicht sogar Recht geben.

    Zu Monkey Island bzw. allgemein LucasArts Adventures. Ja, es stimmt: aus heutiger Sicht sind die ganzen alten Spiele extrem gealtert, mit Ausnahme von Fate of the atlantis vielleicht. Rätseltechnisch, aber auch von den Geschichten her waren die im Vergleich nie herausragend. Wobei ich da ein „Day of the Tentacle“ in der Skala der überbewertetsten Spiele noch weit vor Monkey Island stellen würde. Einfach weil Monkey Island überhaupt erst den Grafik-Adventure-Boom ausgelöst hat und somit durchaus seinen Platz in der Geschichte verdient.
    Dennoch: Spiele wie die Legend of Kyrandia Reihe, Erben der Erde, Discworld, Simon the Sorcerer, Beneath of a Steel Sky, Sherlock Holmes, Laura Bow, Space Quest und viele Weitere waren in einzelnen Aspekten besser als LucasArts-Adventures.

    Die ersten beiden Simon Spiele hatten beispielsweise eine richtig tolle Fantasy-Welt mit vielen kleinen Einfällen und wirklich tollen Charakteren, die nicht einfach nur Oneliner beigesteuert haben wie es die Charaktere bei Monkey Island tun. Zwar hat hier der Antiheld selbst ein wenig genervt und war auch ein wenig ZU platt in seinen Witzen, aber dafür hat er in den Spielen ja auch von den anderen Charakteren regelmäßig eins übergebraten bekommen.

    Spiele wie Beneath of a Steel Sky, Sherlock Holmes, Laura Bow oder Erben der Erde konnten durch tolle und wirklich wendungsreiche Geschichten überzeugen. Wo man bei LA häufig auf dem Niveau von Samstag-Morgen-Cartoons festhing (ähm… Day of the Tentacle), hatte man in diesen Spielen den Charakteren und den Geschichten mehr Zeit und Raum gegeben sich zu entwickeln. Zudem waren Spiele wie Sherlock Holmes auch im Rätseldesign viel, viel besser. Gerade das Holmes Spiel war bemerkenswert, weil es sehr schwer ist ein Rätselspiel zu machen mit einem Charakter, der ja in sekundenschnelle alles bemerkt und kombinieren kann. Das haben die wirklich hervorragend gelöst!

    Unbedingt Erwähnen sollte man aber auch die frühen Legend Entertainment Adventures wie Timequest, Gateway oder Spellcasting. Einfach weil Legend damals den Spagat geschafft hat wirklich tiefe und umfangreiche Geschichten wie in Textadventures zu erzählen, es gab aber dennoch ein Verbenbasiertes Spielsystem, jeder Raum und jede Szene hatte wunderschöne Bilder und in vielen Spielen gab es auch mehr als nur Objekträtsel. Durch die Engine konnten auch tolle Logikrätsel, aber auch Minispiele hervorragend reingebracht werden. Ich würde diese Spiele als frühe Beispiele nennen wo man sehen konnte, das man im Adventure-Bereich mehr wollte.

    Wenn man all diese Spiele zum Vergleich nimmt, stinken die LucasArts Adventures wirklich dagegen ab. LA haben nichts so richtig schlecht, aber eben auch nicht so richtig gut gemacht. In anderen Spielen gab es besseren Humor, bessere Rätsel, bessere Geschichten. Daher passt der Vergleich sogar, dass LA-Adventures das „Call of Duty“ der damaligen Zeit waren.

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  4. Axel 8. November 2015 / 10:04

    Auch der Bewertung zu Indiegames muss ich zustimmen. Diese werden mir häufig ebenso viel zu undifferenziert abgefeiert, allein weil es Indiegames sind.

    Beispielsweise „Papers Please“: Das war ein fürchterliches Spiel! Es war langweilig, hatte keine Abwechslung, wurde zudem sehr schnell unfassbar schwer und es motivierte auch nicht. Nun ist mir klar, dass das alles so gewollt vom Entwickler war. Als digitales Kunstwerk und als Statement funktioniert „Papers Please“ ganz wunderbar – gar keine Frage. Aber eben nicht als Spiel! Dennoch wurde das Ding bejubelt und abgefeiert als müsste man es unbedingt gespielt haben.

    Genauso „To The Moon“ – ein unterdurchschnittliches RPG Maker Game, welches vielleicht ne nette Story hatte, aber spielerisch NICHTS zu bieten hatte, denn es gab schlicht kein Gameplay! Das schaffen so viele Freeware RPG Maker Spiele besser und liefern ne gute Geschichte oben drein. Trotzdem wurde „To The Moon“ einhellig abgefeiert und als Revolution und was weiß ich nicht noch alles abgefeiert. Einhellig, ohne das mal jemand sagte: „Moment, diese Art von Spielen gibt es in der freien RPG Maker Szene seit über einem Jahrzehnt. Da ist nix revolutionäres dabei!“ – Fehlanzeige. Fanboys schreiben für Fanboys. Und als interessierter Mensch denkt man sich: Häh? Und wird niedergemacht wenn man dies mal anspricht.

    Die Liste ließe sich beliebig erweitern und fortführen. Häufig wird gesagt: „Indiespiele bringen so viel Kreativität in die Branche“ und ich stehe regelmäßig vor dieser Aussage und denke mir: Was zum…? Sicherlich machen einige Spaß, wie etwa Limbo seinerzeit, aber bahnbrechend war auch das nicht – es war an sich ein unterdurchschnittlicher Platformer, der allein von seinem Grafikstil lebte. Aber Gameplaytechnisch hatte das überhaupt keine Neuerungen oder Twists.

    Was mir auch missfällt ist dieses ständige abgefeiere des Ehedem. Wenn ein Indiespiel meint Pixelgrafik zu verwenden, dann sieht man häufig, dass es getan wird um Arbeit zu sparen. Denn vieles sieht einfach nicht gut aus. Und zudem wird sich allein auf das Gimmick ausgeruht: Schau mal, wir haben Pixelgrafik. Und ansonsten gibt es nichts weiter. Ausnahmen bestätigen die Regel wie die Wadjet Eye Adventures, die neben toller Pixelgrafik auch gute Geschichten schöne Rätsel bieten. Aber die meisten „auf alt gemachten“ Spiele verlassen sich einzig und allein auf den Retro-Look ohne irgendeinen spielerischen und/oder erzählerischen Mehrwert zu bieten.

    Dennoch muss man immer wieder in Reviews und Artikel lesen: „Ich fühle mich in meine Kindheit zurückversetzt, geiles Spiel“ Und das allein wegen Pixelgrafik.

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    • Andre 8. November 2015 / 11:39

      Kann ich größtenteils zustimmen, wobei man aber fairer Weise sagen muss: Die Anzahl der RPG-Maker-Spiele auf dem Niveau von „To the Moon“ ist mikroskopisch klein – oder ich hab da wirklich alles verpasst, was man verpassen kann.

      Und die Zeiten, in denen 8-Bit-Look von der Fachpresse gefeiert wird, sind nun auch schon ne Weile vorbei. Und zu Anfang war das ja auch ne charmante Sache. Als Capcom wieder 8-Bit-MegaMans gemacht hat, hab ich auch gedacht „Cool, wie damals! Nur die Sprites flackern nicht!“. 😉

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      • Axel 8. November 2015 / 12:16

        Das beziehe ich nicht nur auf Grafik, sondern auch auf die Spielprinzipien an sich. Wie ihr das im Podcast ja schon gesagt habt: Wenn in Rollenspielen dieselben Designfehler wie vor 20 Jahren gemacht werden, dann ist das nicht charmant, sondern nervig.

        Zum RPG Maker: Klar, es gibt da viel Blödsinn und Mist. Das bleibt ja bei solchen Programmen nicht aus. Ich würde aber Spiele wie „Unterwegs in Düsterburg“, das lustige „Die Reise ins All“ (ebenfalls ein Spiel fast ohne Kämpfe), Hybris Rebirth, Komarimono und aktuell auch die Sternenkind Saga als so viel fesselnder bewerten. Gut, die Sternenkind Saga fällt ein wenig raus – da hat ein ganzes Kollektiv über ein Jahrzehnt dran gearbeitet, bis es fertig wurde (das ist aber durchaus auch ne Leistug!) – dennoch zeigen Spiele wie Hybris oder Die Reise ins All sehr gut, dass auch einzelne Leute hervorragende Spiele auf die Beine stellen können.

        Und wenn man mal im englischen Maker-Bereich schaut, da gibt es noch viel mehr zu entdecken: Dreaming Mary, Legionwood: Tale Of The Two Swords, Beautiful Escape: Dungeoneer, Alter A.I.L.A. Genesis, Manifest, Oneshot, Wine & Roses, Wither oder das hervorragende Homework Salesman.

        Also da gibt es in der Freeware-Szene so unglaublich viel, auch schon damals als To The Moon herauskam, dass man sich über die ganzen Lobeshymnen nur wundern konnte.

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  5. Axel 8. November 2015 / 12:32

    Das fällt mir gerade ein, wo ich oben die Liste an guten RPG Maker Spielen geschrieben habe: Warum werden eigentlich gute Freeware-Spiele nie von der hiesigen Spielepresse beachtet bzw. beleuchtet?

    Neben Fanmods und Total Conversations sind das in der Tat die Spiele, die ich in den letzten Jahren am häufigsten gespielt habe.

    Sei es Titel wie Psycho Waluigi (http://mfgg.net/index.php?act=resdb&param=02&c=2&id=25698) welches an das Nintendo-Niveau der 90er SNES-Jahre herankommt. Aber auch kleine Titel wie Unstrong (http://sandbox.yoyogames.com/games/228642-unstrong) oder The Island of a God (http://sandbox.yoyogames.com/games/145099-the-island-of-a-god) können mich gut unterhalten.

    Warum liest man davon nie was auf den großen Spielehomepages? Haben Freeware Spiele immer noch diesen Ruf der „minderwertigen Spiele“ wie es in den 90ern und den 2000ern der Fall war?

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    • Knuffelknurr 8. November 2015 / 21:51

      Vielleicht weil sie umsonst sind und man dafür keinen Test braucht

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  6. enlagom 8. November 2015 / 13:13

    Sehr schön, ihr trefft für mich wieder in vielen Punkten den Nagel auf den Kopf. Gerade die Kritik an Cage finde ich nicht nur fair (fairer als ich nach Beyond wäre) sondern auch konstruktiv. Natürlich hat er Stärken, ohne die wäre er nicht in seiner Position. Vielleicht ist er auch gerade deshalb dort weil Selbstreflektion oder Zweifel an seinen erzählerischen Fähigkeiten nicht seine große Stärke sind. Genau das fehlt ihm und das ist tatsächlich einfach nur schade. Das vor kurzem angekündigte Detroit, sein neues Spiel, hat für mich eine tolle Prämisse, mit den Syntheten die ein Bewußtsein entwickeln. Ein guter Autor könnte daraus ein atemberaubend gutes Ding machen. Im Endeffekt erwarte ich aber, daß der Trailer das beste daran bleiben wird.

    Bitte gerne einen Podcast zu Adventures. Das Genre, das mir neben Rollenspielen am meisten liegt. Dort brauche ich auch keinen Fortschritt, im Sinne von besserer Spielmechanik, sondern einfach nur eine interessante Geschichte. Eines der wenigen der letzten Jahre, das mir dazu einfällt, ist The Raven, guter Krimi im Stil von Agatha Christie.

    Damit muß ich jetzt nur noch die bösen Bilder von Yoga und Erektionen los werden (danke auch dafür 😉

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  7. tloch82 8. November 2015 / 13:20

    Danke für die neue Folge.

    Da habt ihr euch aber ein bisschen leicht aus der Affäre gezogen. Ich hatte immer gedacht wenn es auf das Thema David Cage kommt, dann wäre das eine Extra-Folge wert.

    Auf die Cage Diskussion habe ich mich schon lange gefreut, da ich seit Fahrenheit die Spiele liebe (Omicron nicht nachgeholt). Leider wart ihr dann gar nicht so kontrovers. Wie soll man da eine gegensätzliche Meinung haben? Naja, ich versuche es mal.

    Ich hatte bei den Cage Spielen gar nicht den Eindruck, dass die Spiele derartig hochgejubelt worden. Fahrenheit hatte glaube ich 70er Wertungen und die Spiele Heavy Rain und Bejond sind zwar tendenziell besser bewertet worden, aber in meiner Wahrnehmung sind sie auch vielfach kritisiert worden für ihre Schwächen, die ihr ja auch benannt habt.

    Ich selbst kann diese Schwächen, für mich zum Glück, wunderbar ausblenden. Die Gesichtsanimationen z.B. in Heavy Rain habe ich nicht als Uncanny Valley wahrgenommen.

    Was die Spiele für mich liefern sind einfach Spielerfahrungen die ich sonst nirgends bekomme und das lässt mich über die Schwächen hinwegsehen. Für mich schafft es Cage einfach immer wieder, dass ich es schaffe mich in die Figuren einzufühlen und dann Erfahrungen zu machen, die ich im echten Leben nicht erlebt habe und sicher auch nicht erleben möchte. Z.B.
    – Das Kind in der Menge verlieren
    – Von einem Serienkiller alla Saw gefoltert werden
    – In einem Auto evtl. ertrinken, das ins Wasser gefallen ist
    – Einen Tatort untersuchen
    – Dem deprimierten Sohn nach der Trennung bei den Hausaufgaben helfen
    – Von Geistern verfolgt werden
    – Das Leben eines Obdachlosen im Winter führen
    – Bei der Geburt eines Kindes helfen während das Haus abbrennt
    – ……….

    Die Elemente sind zwar immer Versatzstücke, aber ich kann mich jedes Mal in diese Szenen Fallen lassen und erlebe da deutlich intensivere Momente als z.B. in dem langweiligen Half Life 2. Das habe ich aufgehört zu spielen, direkt nach der elendigen Buggy Sequenz beendet.

    Lustigerweise, habe ich bei jedem Cage Spiel immer lange gezögert bevor ich es dann tatsächlich gespielt habe, weil ich mich immer wieder von den negativen Pressestimmen habe beeinflussen lassen. Nachdem ich sie dann gespielt hatte, musste ich jedes Mal sagen, ja die Kritikpunkte sind valide, aber das Spielerlebnis war trotzdem für mich mit das beste/unterhaltsamste was ich je gespielt habe.

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    • Jochen 8. November 2015 / 13:26

      Kurz zu Fahrenheit/Wertungen: Die PC-Version hat bei Metacritic einen Kritikerschnitt von 85 und einen Userschnitt von 84. Das wurde damals schon ziemlich hochgejubelt. Deshalb hatte ich mir das ja gekauft und nachher gedacht, entweder spinnen die oder sie haben’s nicht bis zum letzten Akt gespielt 😉

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      • enlagom 8. November 2015 / 13:37

        Wenn ich dazu noch kurz meinen Senf abgeben darf: Das geschriebene zu Heavy Rain und auch zu Fahrenheit unterschreibe ich. Das war für mich auch spannend und stellenweise richtig großartig, gerade durch die filmhafte Inszenierung. Bei Heavy Rain auch durch die Angst einen Charakter durch meine eigene mangelhafte Beherrschung von Qick Time Events verlieren zu können..
        Aber wie irgend jemand Beyond Two Souls auch nur ansatzweise gut finden kann entzieht sich mir völlig. Ja, ich hatte einiges an Erwartungen zu dem Spiel, aber auch ohne das behaupte ich steif und fest: Das ist erzählerisch mit der größte Schund ich jemals erlebt habe. Wenn auch nicht zu Ende erlebt, da ich nach ca. 2/3 abgebrochen habe.

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        • tloch82 8. November 2015 / 16:34

          Ich hingegen kann nicht so ganz verstehen, warum Beyond häufig soviel Hate bekommt, gerade auch von Leuten, die Heavy Rain gut fanden. Ich kann verstehen, dass nicht jeder auf SciFi-Geschichten steht und daher das Killer-Drama, im Sinne von Sieben oder Saw, einen mehr anspricht, aber ansonsten finde ich es spielerisch nicht überlegen. Wie schon gesagt, sind es für mich die emotionalen Momente die mich ansprechen in den Cage Spielen. Und Beyond hat so viele davon, die ich wirklich gelungen finde. Gerade auch wegen der zerstückelten Geschichte. Wodurch sich manche Erlebnisse erst im späteren Verlauf vernünftig zusammen setzen.

          Ich habe viel Spaß daran gehabt mich in die Rolle von Jodie zu versetzen. Eine in meinen Augen durchaus coole Frauenrolle, die man von Kind bis zum Erwachsenen Alter begleitet und dabei auch noch eine echte Charakter-Entwicklung mitmacht. Sicher mit der Einschränkung für ein Spiel. Aber es sollen andere Spiele erst mal besser machen. Ich goutiere den Versuch von Cage etwas anderes auszuprobieren.

          Als männlicher Spieler war es für mich z.B. eine echt coole Spielesituation sich in die Rolle von Jodie zu versetzen, wenn sie sich auf ihr Date mit ihrem Ausbilder vorbereitet. Und im nächsten Abschnitt die Chance hat, als Aden negativ in den Verlauf des Dates einzugreifen.

          Oder wenn man im Spiel wirklich das Gefühl vermittelt bekommt, sich als Obdachloser durchschlagen zu müssen. Oder sich durch die Arktis kämpft um endlich seine Verfolger loszuwerden. Oder als Kind Angst hat vor der Dunkelheit. Oder die Eltern einen weggeben, weil man anders ist. Die Verfolgungsjagd im Zug und danach. Für mich hatte Beyond mindestens so viele erinnerungswürdige Momente wie Heavy Rain.

          Da kann ich locker drüber hinwegsehen, wenn nicht alles perfekt erzählt ist oder mal ein Plotloch auftaucht.

          Und was mir in dem Zuge noch einfällt. Einfach so hat sie sich ja nun auch nicht an den Indianer-Typen an den Hals geworfen. Erstens konnte man sich als Spieler dagegen entscheiden und zweitens, haben sie ja auch einiges gemeinsam erlebt um zumindest von sich sagen zu können, dass lohnt sich, sich besser kennen zu lernen.

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          • TLoch82 8. November 2015 / 18:07

            Tut mir Leid, dass es dir so ergangen ist. In meiner Interpretation ist es Absicht, dass man eben nur Jodie und Aden kennen lernt. Deswegen hat die Obdachlosen Szene auch für mich funktioniert. Ich lerne genauso wie Jodie die anderen Figuren erst dort vor Ort kennen. Ich kann mich entscheiden sie auszufragen oder kann es bleiben lassen. Ich kann mit ihnen das Geld und Essen teilen oder es bleiben lassen….

            Ich finde auch nicht, dass die Aufteilung allein Action-Szenen geschuldet ist. Das Konzept finde ich im Gesamtkontext der Geschichte ausgesprochen Schlüssig. Würde man jede Szene in der zeitlich richtigen Reihenfolge abspielen, würde die „Dramaturgie“ (nicht falsch verstehen, dass bedeutet nicht ich finde die Geschichte grandios erzählt) nicht mehr so gut funktionieren.

            Ich finde es sehr gut, erst im späteren Spielverlauf das komplette Ausmaß von Jodies schrecklicher Kindheit zu erfahren, genauso wie ich es cool finde erst später zu erfahren, warum sie beschlossen hat auf der Straße zu leben, nachdem man dachte nach all dem Spezial-Training würde sie sich jetzt irgendwo heimisch fühlen.

            Aber wie gesagt, dass ist wie ich das Spiel wahrgenommen habe.

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      • tloch82 8. November 2015 / 16:36

        Habe mich damals mehr an die Wertung der Gamepro erinnert. In dem Test war der letzte Akt sehr deutlich als Kritikpunkt benannt worden. Auch die Gamestar hat in meiner Erinnerung nicht ganz so euphorisch reagiert. Damals gab es (zumindest für mich) noch kein Internet.

        Und Jochen, ein Smiley? 🙂

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        • enlagom 8. November 2015 / 17:51

          Ich versuch mal meine Kritik ein bisschen zu erklären..
          Eine Erzählung zeitlich zu zerstückeln finde ich nicht per se schlecht. Bei Beyond war es nur leider zu offensichtlich, daß es aus den genannten Pacing Gründen passiert ist, damit auf eine ruhige Szene eine Actionszene folgen konnte. Leider ohne irgend einen erzählerischen Wert zu haben, damit sinnlos.
          Abgesehen von Jodie hatte ich keine Gelegenheit irgend einen der anderen Charaktere kennen zu lernen, keiner davon ist auch nur ansatzweise so in die Erzählung eingewoben, daß ich mich auch nur einen Deut um die Beziehung zu diesem geschert hätte. Darum hat die Obdachlosenszene, die gut hätte sein können, bei mir einfach nicht funktioniert. Genau so wie die Indianerszene. Genauso wie die Kriegsszene mit dem Warlord und dem kleinen Kind. Einfach ein Klischee nach dem anderen abgehandelt, ohne daß eines davon für mich bewegend gewesen wäre.
          Bei dem Ausbilder und dem Date war das mit am schlimmsten. Warum sollte mich dieser Typ interessieren? Soweit ich mich an den Dialog erinnern konnte, hatte auch meine Protagonistin Jodie keinerlei persönliche Bindung zu ihm aufgebaut, die in der Erzählung ausgelassen worden wäre. Er war mir einfach wurscht, so wie mir das Spiel, je länger ich er gespielt habe, einfach egal wurde.
          All das hatte ich bei Heavy Rain nicht, völlig unabhängig davon, daß es dort um ein Killer-Drama ging. Und Heavy Rain hatte eine zusätzliche Bedeutung, weil ich in einigen Szenen auch versagen konnte. Durch mein Versagen konnten andere Charaktere sterben (auch wenn die grobe Handlung und Ende dieselben sind).
          Aber ich sag auch dazu: Leider, ich hätte Beyond ja gerne besser gefunden.
          Wobei ich mich übrigens an keine Kritik erinnern kann, die das Spiel tatsächlich vernichtet hätte. Wäre das ein Film geworden gäbe es diese Kritiken mit Sicherheit.

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          • enlagom 10. November 2015 / 0:17

            „Aber wie gesagt, dass ist wie ich das Spiel wahrgenommen habe.“
            Was natürlich passt! Ich möcht nur noch kurz noch anmerken, wie angenehm es ist hier zu diskutieren, und die Kommentare zu lesen.

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      • Krillfred 10. November 2015 / 0:35

        Da wären wir ja wieder beim letzten Podcast. Wo es darum geht ,daß viele ein Spiel nicht durchspielen.Also müsste David Cage ja mit Fahrenheit alles richtig gemacht haben.Er haut das beste am Anfang raus z.B. den Mord im Klo mit Vertuschung und Aufklärung.( Achja und er zeigt sich selbst)
        Das es später von der Story nur schlechter wurde kriegt keiner mit,weil es keiner sieht. Wenn ich jemanden Der Fahrenheit gespielt hat danach frage ,sagen die meisten halt das die Story super ist. Dann frage ich ob er es durchgespielt und darauf kommt oft ein Nein.

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  8. Nico 8. November 2015 / 14:03

    Um mir jetzt mal einen einzelnen Punkt eurer Kritik an Half-Life 2 herauszupicken (die selbstverständlich wirkt, als würden Blinde das Licht kritisieren): Die Buggy/Boot-Passagen sind die schwächsten Stellen von HL2, da stimme ich euch zu, aber dass sie zu langgezogen sind, halte ich nach ca. einem halben Dutzend mal Durchspielen für eine krasse Fehleinschätzung. Vielmehr sind sie sogar zu dicht gepaced, da man (vor allem beim Buggy) kaum mal 5 Minuten am Stück fahren kann ohne in ein Hindernis zu laufen, das man nur zu Fuß beseitigen kann. Das sorgt für ziemlich nerviges Hin- und Hergewechsel, sodass im Endeffekt eine einzige längere Fahrpassage ohne Pause und anschließend alle Zwischenstücke hintereinander wohl mehr Spaß gemacht hätten.

    Übrigens ist hat das auch eine gewisse Ironie, da meiner Meinung nach die größte Stärke an Half-Life 2 ist, dass es einem eine interessante Szene nach der anderen vorsetzt ohne größere Leerläufe oder Wiederholungen. Gebiete wie Ravenholm oder das Gefängnis sind z. B. viel kompakter als man sie in Erinnerung hat, weil sie schlicht fast keinen Leerlauf haben, in dem man „einfach mal ne Runde Zombies abballern“ kann.

    Deshalb würde ich auch euren Aussagen zum Thema Pacing entschieden widersprechen: Wenn überhaupt ist die in der Tat eher zweckmäßige Story zu langatmig erzählt. Das Gameplay hingegen halte ich für wegweisend – und im Gegensatz zum sehr schlecht gealterten Half Life 1 auch immer noch den meisten aktuellen Titeln überlegen.

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    • Dober 8. November 2015 / 16:18

      Ich würde dem zustimmen. Ich mag Half-Life 2 in der Rückschau mehr als den Erstling, weil es sich besser spielt. Was ich als Kritik an Half-Life 2 gelten lassen würde, wäre der Fokus auf die Gravity-Gun und die „in your face“ Abschnitte, in der man mit dem Ding Physik-Kills, Physik-„Rätsel“ und Physik-„alles andere“ damit erledigen muss. Diese Abschnitte gingen viel zu lange und haben das richtige Gameplay zu lange unterbrochen.

      Dem, was zur K.I. gesagt wurde, würde ich auch widersprechen wollen. Die K.I. vom ersten ist meiner Meinung nicht besser und macht auch nicht den besseren Eindruck aufgrund des Level-Designs. Ich habe in Half-Life 1, vor allem mit den menschlichen Gegnern, so viele dumme K.I.-Aussetzer erlebt, dass es mir wirklich negativ aufgefallen ist. Die werfen sich Granaten vor die eigenen Füße, rennen Wegpunkte ab, achten während dessen nicht auf den Spieler und laufen im Feuergefecht an ihm vorbei in eine Deckung hinein und und und. Diese Schnitzer gibt es im zweiten Teil nicht, jedenfalls sind sie mir nicht aufgefallen. Hinzu kommt in Half-Life 2 EP2, dass diese Mini-Tri-Pods eingeführt wurden (Name entfallen), welche imho eine außerordentlich gute K.I. hatten inklusive Flankieren, Geschossen ausweichen und vernünftig Deckung suchend. Gepaart mit dem offenen Leveldesign konnte man die nur mit richtiger Waffenwahl und Taktik knacken.

      Unterm Strich ist Half-Life 2 für mich einer der letzten wirklichen Shooter, die man wegen des Gameplay spielt (wen wundert’s – ist ja ein PC exklusiver Shooter) und nicht wegen der „Story“ wie man es heutzutage mit jedem Shooter macht, da das Gameplay ja niemanden mehr locken kann. Daher würde ich auch zustimmen, dass die Story von Half-Life 2 (auch vom Ersten) maximal zweckmäßig ist, aber das gilt doch sowieso für alle guten Shooter aus der Mitte der 2000er. Die PC-Shooter gingen dann mit Half-Life 2, Doom 3 und FEAR unter. Crysis 1 war dann noch ein Nachhall, aber keinen der Titel man wegen der Story gespielt.

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      • Nico 8. November 2015 / 17:49

        Um noch dem Klischee des PC-exklusiven Shooters zu widersprechen: Habe sowohl HL2 als Teil der Orange Box als auch Doom 3 in der BFG-Neuauflage noch mal auf der Xbox gespielt und prinzipiell funktionieren beide auch mit dem Controller ganz ordentlich. Während aber Doom 3 sehr monoton abläuft und mit dem Controller umso unbefriedigender ist, profitiert HL2 sogar noch in gewisser Weise von der geringeren Präzision, da man (oder zumindest ich) dadurch häufiger zur Gravity Gun greift. Und die ist, wenn man die teils überzogenen Physik-Rätsel mal beiseite lässt, im einigen Kämpfen eine echt interessante Alternative.

        Ich habe das glaube ich schon einmal erwähnt, aber mir gefiel mir die damals von der Presse recht stark abgestrafte HL2:Episode 1 sogar besser als die (storymäßig dafür interessantere) zweite, da es dort die „Challenge“ (inkl. Achievement) gibt, sie nur mit der Gravity Gun zu durchspielen. Und diese Einschränkung bereichert das Spiel wirklich außerordentlich, da man auf einmal gezwungen ist, sich in den Levels sehr gründlich umzuschauen und alle (wenn man mal darauf achtet doch sehr zahlreichen) Hilfsmittel zu Nutze zu machen. Das hebt das Spiel finde ich sehr stark aus dem von Andre angeführten „Shooter-Einheitsbrei“ der Marke Call of Duty heraus.

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    • der unbestechliche 8. November 2015 / 18:44

      Seh ich ganz genauso wie Nico. Finde HL2 in Bezug auf Pacing und Abwechslungsreichtum absolut top. Die Shootermechanik hat auch sehr gut funktioniert. Die Story ist nichts besonderes und das Ende lässt auch stark nach, aber insgesamt immernoch an der Spitze im Vergleich mit anderen Shootern der Zeit.
      HL1 ist keinesfalls besser; das hat einige gravierende Mängel beim Leveldesign und Gameplay (z.B. total nervige Sprung- und Timing-Passagen). Da scheint mir eure Objektivität stark durch die Retrobrille getrübt zu sein (wie z.B. auch bei Deus Ex 1).

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  9. Marius 8. November 2015 / 20:21

    Vielen Dank für den Podcast. Sehr schön, dass ihr den Mut habt, auch Klassiker wie Half Life 2 und Monkey Island kritisch zu bewerten.

    Bei Half Life 2 stimme ich euch bei den Kritikpunkten weitgehend zu. Ich finde den ersten Teil – in der Erinnerung – sehr viel besser und war von Half Life 2 enttäuscht. Ich kann mich aber seitdem an keinen besseren Shooter erinnern, was vielleicht auch mehr über das Genre als über Half Life 2 aussagt. Und Half Life 2 hatte bei allen Schwächen fantastische Momente und Kulissen, vor allem zum Ende hin, an die ich mich immer noch nach vielen Jahren erinnere. Und Episode 2 war meiner Erinnerung nach durchaus ziemlich großartig.

    Bei Monkey Island stimme ich euch zu: Ich habe lange versucht, mich dazu zu zwingen, es gut zu finden, und habe es mir auch erfolgreich eingeredet, aber unter anderem Dank euch habe ich nunmehr erkannt, dass es kein gutes Spiel ist: Die Geschichte ist albern, der Humor ist albern und nicht lustig, und die Rätsel sind teilweise absurd. Aber es hat immerhin einen gewissen pubertären Charme.

    À propos, von mir aus könntet ihr gerne mal eine ganze Folge über Humor in Spielen machen. Humor ist freilich sehr subjektiv. Mir fällt ehrlich gesagt kein wirklich lustiges Adventure ein, und überhaupt gibt es wenig Spiele, bei denen ich den Humor gelungen fand, insbesondere nicht die Daedalic-Spiele. Mir fallen nur Portal 2 und die GTA-Spiele ein (Saints Row vielleicht auch, habe ich aber nicht gespielt).

    Bei den Indie-Spielen muss ich aber freudig widersprechen und eine Lanze für diese brechen. Ich finde eure Kritik da zu pauschal. Ich habe nicht den Eindruck, dass Indie-Spiele generell zu positiv bewertet werden. Das kommt sicherlich vor, aber genauso kommt es im Gegenteil vor, dass Indie-Spiele aufgrund technischer und spielerischer Reduktion und weil sie nicht mehr ins althergebrachte Schema von Spielen passen, schlecht bewertet werden. Die mutigen und interessanten Ideen gibt es heutzutage hauptsächlich in Indie-Spielen. Die gewagten Themen werden von Indie-Spielen angefasst. Ich schätze bei Indie-Spielen den Mut zur Reduktion und zur Einfachheit, oft natürlich aus der Not geboren, aber gleichzeitig den Spielen zum Vorteil gereichend; des Beschränkens auf eine Idee und Spielmechanik, während mir das barocke Durcheinander verschiedenster Spielmechaniken in modernen AAA-Spielen zunehmend zuwider ist.
    Spiele wie Her Story, Journey, Gone Home, Limbo, Machinarium, Gemini Rue, Swapper, Gunpoint, Stanley Parable, Mark of the Ninja und viele andere haben mich spielerisch, erzählerisch und/oder sogar emotional viel mehr gepackt als das AAA-Spiele – mit wenigen Ausnahmen wie Portal 2, Dishonored oder The Last of Us – je konnten. Diese sind meist fehlerloser, aber auch glattgeschliffener, langweiliger und mutloser. Indem sie es allen recht machen wollen, entscheiden sie sich oft nicht für eine Spielmechanik und sind dann überladen (Arkham Knight, Witcher 3 – und das hat mir viel Spaß gemacht, Ubisoft-Spiele).
    Und AAA-Spiele werden meinem Empfinden nach mindestens genauso oft unkritisch „fanboymäßig“ bewertet. Ich kann mir schon vorstellen, dass manche Indie-Spiele von manchen Testern unverhältnismäßig positiv bewertet werden, weil der Tester sich vielleicht über den Test als jemand mit besonders intellektuellem und distinguiertem Spielegeschmack profilieren möchte, oder einfach nur Aufmerksamkeit erzeugen will. Ich kann mir auch vorstellen, dass Indie-Spiele, die bewusst als Reminiszenzen auf alte Spiele angelegt sind, nostalgiebedingt mit einer rosaroten Brille gesehen werden.
    Aber die fanboymäßige Überbewertung, oder die aus der Angst vor bösen Reaktionen von Fanboys herrührende Überbewertung, sehe ich eher bei AAA-Spielen, die als etablierte Marken viel eher eine treue und lautstarke Anhängerschaft haben als bislang unbekannte Indie-Spiele. Erschwerend kommt noch dazu, dass die meisten Spielemedien für die Tests die „Experten“ an diese Titel setzten, und die „Experten“ sind halt meist auch diejenigen, die schon Fans der Vorgänger waren und somit auch den Nachfolger entsprechend überschwänglich einschätzen.
    Wenn ihr eure Kritik also auf die Spielepresse im Allgemeinen bezogen hättet (was ihr ja auch schon in hervorragender Weise in anderen Folgen gemacht habt), dann hätte ich dem zugestimmt. Dass es zu viele 80er- und 90er-Wertungen gibt und viele Spieletester viel zu unkritisch sind, dem würde ich beipflichten. Aber ich finde nicht, dass speziell Indie-Spiele im Vergleich zu AAA-Spielen überbewertet werden.

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  10. Nico 8. November 2015 / 20:34

    Was mich übrigens mal zum Thema hohe Wertungen interessieren würde: Zumindest gefühlt geht die Gamestar heute zumindest mit den echten 90er-Wertungen sparsamer um als früher und gibt häufiger eine 88/89. Dieses Jahr erinnere ich mich z. B. nur an 90er für MGS 5, Witcher 3 und die PC-Version von GTA 5 und würde mal noch auf Fallout 4 als starken Anwärter tippen. Das ist zwar immer noch eher zu viel, aber ich meine dass es früher doch tendenziell regelmäßiger die 90 gab.

    Gab es da mal eine Art Redaktionskonferenz bei der da eine „neue Linie“ beschlossen wurde, oder hat sich das einfach auf natürliche Weise so entwickelt? Oder würdet ihr sogar die gewagte These vertreten, dass Spiele heutzutage seltener als echte Ausnahmetitel zu bezeichnen sind?

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  11. David 8. November 2015 / 20:47

    Ich möchte einfach mal den podcast und die Diskussion hier im Kommentarbereich loben.

    Mit Half Life 2 und Monkey Island habt ihr auch einer meiner persönlichen Meilensteine bei dem Games erwischt. Zu Ihrer Zeit waren, die Spiele, meiner Meinung nach, Genre Spitze und sind gleichzeitig zu anderen Spielen ihrer Zeit gut gealtert. Mich hat die Atmosphäre super jeweils in die Welt hinein gezogen.

    Daher für mich Meilensteine.

    Der Punkt mit dem Pacing muss ich aber auch zustimmen. Das Spiel ist mir für die Story dann doch zu lang. Das ist für mich auch der Grund warum ich Half Life 2 nicht noch ein drittes Mal durchzocken würde.
    Aktuellen Spielen machen das für mich meist aber auch nicht besse .z.B. Far Cry 3 und 4.

    Einfach mal das ganze Strecken weg lassen.
    Eine komprimierte Spielerfahrung wäre ja mein Traum.

    Das wollte ich zu den beiden Spielen loswerden.
    Ihr betont ja auch, dass Ihr die Spiele nicht schlecht findet. Sondern nur gut oder sehr gut findet und daher für Euch überschätzt sind.

    Wie am Anfang bereits geschrieben: So eine kritische Diskussion zu Games finde ich immer spannend. Ich freue mich schon auf den nächsten Sonntag.

    Grüße

    David

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  12. Marius 8. November 2015 / 21:36

    Bei der Kritik an Monkey Island würde mich noch interessieren: Was haltet ihr denn von Monkey Island 3? Kommt der Teil besser weg oder gilt da das gleiche? Den habe ich nämlich in ziemlich guter Erinnerung (das gilt aber auch für den vierten Teil, wo ich ziemlich alleine da stehe, ist aber auch lange her).

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    • Jochen 8. November 2015 / 21:54

      Monkey Island 3 habe ich offen gestanden zu selten (nämlich bloß einmal vor vielen, vielen Jahren) gespielt, um mir dazu irgendein Urteil anzumaßen.

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      • Sasan 9. November 2015 / 3:37

        was hälst du von Grim Fandango?

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      • Marius 10. November 2015 / 10:22

        Eine sehr löbliche Zurückhaltung. Mich hingegen hält ein einmaliges Durchspielen und eine schwache Erinnerung nicht von einem unqualifizierten Urteil ab.

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  13. Lukas 9. November 2015 / 0:18

    Eine sehr schöne Folge.
    Leider kann ich mich nur zu Half Life 2 äußern, da ich die anderen angesprochenen spiele nicht gespielt habe. Und da muss ich euch widersprechen. Ja, historisch ist das spiel ein meilenstein durch die punkte die ihr angesprochen habt, aber als ein wirklich gutes spiel würde ich es nicht bezeichnen. Der einzige Epielabschnitt in dem ich Spaß an dem Spiel hatte war der letzte Level, in dem die Gravity Gun blau wird und menschen durch die Gegend werfen kann.
    Half Life 1 hingegen fand ich (wie ihr auch) viel besser.

    Zu den 5Sternen auf Itunes: ich bin nicht gerade ein fan von itunes und werde es mir garantiert nicht herunterladen. ABER ich will euch auf andere weise unterstützen, einer meiner lieben Mitkommemtierenden hat einmal gefragt ob ihr einen patreon account habt und ich erinnere mich nicht an eine Antwort. Denkt doch einmal darüber nach 😉

    ☆☆☆☆☆ ich hoffe diese 5 sterne sind ein kleiner trost 😀

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    • Andre 9. November 2015 / 20:56

      Wir wechseln in ca. 2 Wochen auf unsere neue Webseite und da halten wir dann auch fett die Hand auf (aka, verlinken auf Patreon und so)

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  14. Sasan 9. November 2015 / 3:32

    hey Jochen, Du deutest ja an, dass Du viele LA Adventures für überbewertet hälst und nimmst Monkey Island als Beispiel. Dem kann ich zustimmen. Doch eine Frage habe ich: Hälst Du Grim Fandango in die selbe Kategorie fallend, sprich überbewertet? Weil für mich ist Grim Fandango neben Planescape das Spiel mit der besten Story ever.

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    • Jochen 12. November 2015 / 0:44

      Grim Fandango hab‘ ich – genau wie Monkey Island 3 – schon ewig nicht mehr gespielt, insofern kann ich leider nicht mit einer brauchbaren Antwort dienen. Ich hab’s als „amüsant, aber warum kriegt das überall hohe 80er?“ im Kopf, aber hey, das ist über 15 Jahre her. Vielleicht komme ich ja irgendwann mal dazu, das wieder auszugraben.

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  15. Yano 11. November 2015 / 0:34

    Das neue David Cage Spiel wird nicht mehr von ihm alleine geschrieben, wurde schon bestätigt

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  16. derfuchsi 11. November 2015 / 10:15

    Die Kritik zu Half Life 2 könnte ich zumindest vom Gefühl her bestätigen. Mich hat Half Life 1 damals wesentlich mehr beeindruckt.

    Zu David Cage kann ich garnichts sagen, da hab ich irgendwann (zum ersten mal in einer Folge Auf Ein Bier) vorgespult da ich tatsächlich weder den Namen noch eins dieser Spiele kenne.

    Also sage ich lieber was zu Monkey Island und speziell zum Fechtduell von dem ihr (oder Jochen) es schonmal irgendwann hattet.
    Das erwähnte Beleidigungsduell ist Meiner Meinung nach eins der Highlights im Spiel weil es sehr schön mit den Erwartungen des Spielers spielt und zwar in dreifacher Hinsicht.

    Es wird hier
    1. Ein Fechtduell das nur mit Worten gewonnen werden kann, nicht durch Geschicklichkeit ? Ein Beleidigungsduell also ? Absurde Idee aber dadurch alleine schon hervorragend.

    2. Egal welche Antwort die man Anfangs per Multiple-Choice auswählt, man kann am Anfang garnicht gewinnen weil man noch nicht die richtigen Sätze in petto hat. Die muss man erst durch weitere Duelle lernen. Bis man das erstmal begriffen hatte, super !

    3. Wenn man nach etlichen Duellen dann selbstsicher glaubt es mit dem Schwertmeister aufnehmen zu können läuft man voll gegen die Wand. Man bekommt nämlich völlig neue Sprüche um die Ohren gehauen die man bisher noch nie gehört hat. Bis man durch intuitives platzieren der gelernten Antworten dann doch gewinnt.

    Der Humor der Sprüche selbst war in der Tat damals schon eher mäßig witzig („Ach ja ? Du kämpfst wie eine Kuh !“) aber das war nicht das eigentlich Gute an der Sache.

    Überbewertet von den ganzen Lucas Arts Adventures halte ich übrigens nur das hoch gelobte Grim Fandango. Ich habe damals wirklich alle Lucas Arts Adventures gespielt aber Grim Fandango hat mich tödlich gelangweilt. Ich kann mich nicht mal daran erinnern ob ich es jemals durchgespielt hatte.

    Noch kurz zu Indie-Spielen bemerkt: Sollte man beim bewerten der Spiele den Hintergrund mit einbeziehen ? Also wurde es von einem einzelnen Spieler oder einem winzigen Studio entwickelt mit beschränkten Ressourcen oder steht dahinter ein größeres bekannteres Studio ? Ich habe sehr oft den Eindruck dass diese Indie-Spiele oft so hoch gelobt werden weil „dafür dass es ein Einzelner programmiert hat ist es hervorragend“. Neutral betrachtet ist der Kram aber doch oft höchstens mittelmäßig. Mir als Spieler sollte es aber doch egal sein wer das Ding programmiert hat, ich will wissen ob es ein gutes Spiel ist und fertig.

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  17. philsen1989 11. November 2015 / 16:35

    Wird es eine Folge zu Fallout 4 geben? Ich bin ziemlich gespannt was Jochen dazu zu sagen hat, insbesondere mit Blick auf die Witcher 3 Folge.

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    • julo 11. November 2015 / 20:42

      Jochen hat gesagt, dass er es sich von seinem Bruder zu Weihnachten gewünscht hat, so dass er es sich nicht kaufen kann bei Release.

      Ich würde mal sagen: Alles richtig gemacht! bwahahah

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      • Jochen 12. November 2015 / 0:39

        Das hatte Jochen auch wirklich, aufrichtig und ganz ganz dolle vor … und ist dann doch schwach geworden, verdammt! Aber hey, das bedeutet: Fallout-Folge! Wenn alles gut läuft, sogar schon am kommenden Sonntag. Bis dahin sei so viel Urteil gespoilert: Hätte ich mal gewartet!

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        • Dober 12. November 2015 / 18:28

          Und niemand straft die Steuerung ab …. ^_^

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          • Jochen 12. November 2015 / 19:23

            Das wollen wir ja mal sehen 😉

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        • Nico 12. November 2015 / 19:02

          Sieh es doch so: Jetzt hast du die Möglichkeit, zu Weihnachten etwas noch viel besseres zu bekommen bzw. zu spielen. Das neue Call of Duty soll ja ziemlich gut sein, sagt zumindest Andre auf der Gamestar-Seite (oder genauer: er widerspricht nicht dem Redakteur der das in einem seiner Videos sagt). 😉

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          • Jochen 12. November 2015 / 19:25

            Ich glaube, ich wünsche mir lieber ein paar Kisten Bier und saufe mir die Steuerung von Fallout 4 schön. Wobei … ob es so viel Bier auf der Welt gibt?

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          • Andre 13. November 2015 / 14:50

            Ich hab es noch nicht gespielt, also kann ich auch nicht widersprechen.

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  18. Asturio 11. November 2015 / 18:57

    Der Podcast ist gut. Also nur 4 Sterne. Aber im ernst. iTunes, was ist das? Brauche ich ein Programm oder ein Login dafür. Ich höre es direkt im Handy, ein Android Handy. Da brauche ich kein iTunes. Also hier dann meine 5 Sterne: „*****“

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  19. Markus 10. Dezember 2015 / 18:56

    Also zum Thema Monkey Island: Okay, kann man mögen oder nicht, das ist natürlich Geschmackssache. Aber dass Jochen Andres berechtigten Einwand, dass das Spiel für seine Zeit tatsächlich herausragend und wegweisend war, mit dem Wasserkopf-Argument totschlägt, halte ich für Blödsinn. Denn das könnte man dann genauso gut über Panzerkreuzer Potemkin, Citizen Kane, Sherlock-Holmes-Geschichten oder eben den genannten Stücken von Shakespeare sagen. Ich würde solche Werke aber immer im Kontext der Zeit und des Genres und der Innovation, die sie beinhalten, bewerten. Und in der Hinsicht ist Monkey (übrigens, im Rennenglisch heißt das Manki, nicht Monki 😉 Island tatsächlich bahnbrechend. Die Sprüche beim Beleidigungsfechten kann man im Lichte der Altersweisheit besehen für infantil halten, aber die Idee, solche Duelle durch Wortgefechte zu lösen, halte ich für zeitlos brillant. So etwas kann man auch anerkennen, wenn man der Pubertät entwachsen ist – ähnlich wie man auch kein Kind sein muss, um z. B. die besseren Asterix-Alben immer noch genial zu finden.

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  20. Markus 10. Dezember 2015 / 19:11

    So was. Jetzt ist mein unter Blut, Schweiß und Tränen verfasster ausführlicher Kommentar scheinbar verschwunden. Zensur beim Bierpodcast? Na ja, dann nur in aller Kürze: Wer das Rätseldesign von Monkey Island kritisiert, hat wohl nie Sierra-Adventures gespielt. 😉

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    • Andre 3. Januar 2016 / 17:00

      Bitte kommentiere auf unserer neuen Webseite Gamespodcast.de – diese hier wird nicht mehr unterstützt. 😉

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