Runde #35: Auf der Suche nach dem Deutschlandbonus

Deutsche Entwickler haben endlich zur Weltklasse aufgeschlossen – und das seit circa 1999. Jedes Jahr wieder! Ein Phänomen, dass wir selbstverständlich nicht unkommentiert lassen möchten, weshalb wir ausgiebig darüber sprechen, warum zwar immer wieder behauptet wird, dass unsere heimischen Entwickler jetzt, endlich, total ehrlich niemandem mehr nachstehen – sie aber die entsprechenden Spiele irgendwie noch nicht veröffentlicht haben. Kommt sicher noch. Soll eine Überraschung sein.

Außerdem diskutieren wir den mysteriösen Deutschland-Bonus: Kriegen heimische Produktionen bessere Bewertungen, weil sie den hiesigen Geschmack besser treffen, oder weil die Spielepresse einfach Mitleid hat irgendwie befangen ist?

Falls ihr wollt, das Deutschland wenigstens bei den Podcasts Weltmarkt-Qualitätsführer bleibt, dafür gibt es ein einfaches Mittel: Unterstützt uns mit einem monatlichen Almosen auf Patreon! Generationen von audiophilen Spielern werden es euch danken (sie sagen es vielleicht nicht, aber man sieht es in ihren Augen!).

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18 Gedanken zu “Runde #35: Auf der Suche nach dem Deutschlandbonus

  1. Christian Haubitz 6. Dezember 2015 / 11:15

    Eine schöne Folge mit einigen interessanten Einblicken in die nationale Branche. Vielen Dank dafür. Vor allem, dass Ihr auf das Thema ‚Bekanntschaften‘ von Journalisten und Entwicklern eingegangen seid, fand ich sehr mutig und im besten Sinne selbstkritisch.
    Sehe darin übrigens auch nicht das große Problem: Erstens geht es ja noch immer (nur) um Spiele und nicht etwa um hohe Politik und zweitens tritt das Problem ohnehin in allen Bereichen auf, wo Menschen miteinander umgehen. Entscheidend für eine möglichst objektive Presse ist meinen Augen vielmehr, dass sich alle Beteiligten – also Journalisten und Entwickler – gleichermaßen Ihrer Rollen bewusst sind und im Zweifel das Rückrat besitzen, diese – als Kritik und Werbung – auch zu vertreten.

    Ansonsten noch eine kleine unangenehme Anmerkung, die ich Euch bereits via Patreon habe zukommen lassen: Irgendwelche User haben das ‚Auf Ein Bier‘ Forum offenbar mit Porno-Threats geflutet. Bitte schaut doch mal rein und entsorgt den Müll – also Postings und User gleichermaßen. Danke. 🙂

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    • Jochen 6. Dezember 2015 / 13:18

      Ich hab‘ André schon vor einigen Tagen ’ne SMS geschickt, aber der ist anscheinend incommunicado, und ich hab‘ im Forum leider (noch) keine Adminrechte. Sorry!

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      • Andre 6. Dezember 2015 / 22:11

        Habs gelöscht. Aber das sind Bots. Die kommen wieder – und zwar in Scharen. ^^ Müssen ggf. die Benutzerrechte im Forum wieder einschränken. Plage…

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  2. Axel 6. Dezember 2015 / 11:56

    Hmmm… Ich habe mich beim Podcast hören gefragt, warum deutsche Firmen unbedingt in den internationalen AAA-Bereich gehen müssen. Es gibt da beispielsweise eine kleine Schmiede in München, die haben aus der Not eine Tugend gemacht und sind damit jetzt seit knapp 15 Jahren sogar recht erfolgreich in ihrer Sparte: Schin’en. Ist ein wirklich kleines Studio von dem Manfred Linzner, der in den 90ern als Musiker bei Spielen wie Earthworm Jim, Comix Zone, Imperium Romanum und solche Titel mitgearbeitet hat.

    Die restlichen Leute kommen alle ursprünglich aus der Amiga Demoecke. Und seit 2001 veröffentlichen Shin’en Spiele allein für Nintendo-Konsolen. Angefangen mit dem Gameboy Advance bis heute zur Wii U. Aus deren Werkstatt kommen sogar richtige Klassiker wir Iridion II für den GBA: https://www.youtube.com/watch?v=ztBqI3UvIs0

    Aber auch die Nanostray Titel für den Nintendo DS und zuletzt hervorragend bewertete Puzzlespiele wie Art of Balance oder ganz aktuell FAST Racing NEO für die Wii U: http://fast.shinen.com/neo

    So, wie ich das überblicken kann sind Shin’en in den USA erfolgreicher als hier in Deutschland. Eben weil sie klassische Konsolenspiele machen, wo man fehlende Geschichten gut kaschieren kann und weil sie Genres bedien, die sonst von niemanden mehr gemacht werden. Sei es klassische Shoot em Ups, die eben keine Bullet-Hell-Dinger sind oder auch solche Racing-Spiele, die in die F-Zero Kerbe schlagen, was Nintendo ja seit den 90ern nicht mehr bedient.

    Sicherlich ist das, was Shin’en macht kein AAA Material, mittlerweile werden aber die Shin’en Titel von Nintendo selbst unfassbar gepusht, da die eine der letzten Thirds sind, die noch exklusiv für Nintendo entwickeln und weil deren Spiele handwerklich auf hohem Niveau sind. Und es passt eben wie die Faust aufs Auge auf die Zielgruppe der älteren Nintendo-Fans, die in den 80ern und 90ern aufgewachsen sind.

    Nur mal so als Beispiel, wie man es sich auch in der Nische gemütlich machen kann. Da gäbe es bestimmt noch weitere Nischen, die man gut ausfüllen könnte – daher finde ich nicht, dass man in Deutschland unbedingt mit AAA Spielen konkurrieren muss, man sollte eher eigene Wege gehen.

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    • Jean Paul Richter 6. Dezember 2015 / 13:33

      Auch ich verstehe nicht ganz, warum so großes Gewicht auf das Fehlen deutscher „triple-A“-Spiele gelegt wird. Auf die Gefahr hin als ewig gestriger PC-Spieler mit Scheuklappen abgestempelt zu werden: Ich finde es schon eher schade, dass es nicht ein, zwei deutsche Publisher in der Paradox-Kategorie gibt, die beweisen, das man sehr wohl erfolgreich in einer Nische operieren kann, um aus dieser Position dann sein Blickfeld zu erweitern (pubishing von obidian spielen, aufkauf von white wolf mit hoffentlich bald angekündigtem Vampire Bloodlines Nachfolger etc.) Außerdem möchte ich mich bei aller berechtigten Kritik (das Problem mangelhaften Geschichtenerzählens sehe ich auch) in bisschen zu Verteidigung der „großen“ deutschen Spiele aufschwingen: Ja Gothic ist sperrig, aber wenn man sich die Rezensionsgeschichte anschaut, wird man bemerken, dass sich die angelsächsische Kritik eher der meinetwegen etwas „patriotischen“ deutschen und osteuropäischen angenähert hat als umgekehrt: Siehe „best rpgs of all time“ von pcgamer: http://www.pcgamer.com/the-best-rpgs-of-all-time-1/ . Und bzgl. Anno: Ja, es hat keine gute Kampagne, aber in diesem speziellen Fall bleibt mir wirklich nur das von euch vorweggenommene: who the fuck cares? Wenn man ehrlich ist, gibt es in der gesamten Spielegeschichte genau eine Strategiespiel-Kampagne, die man als gelungen bezeichnen kann und zwar das angesprochene Warcraft 3. Niemand kann mir zum Beispiel erzählen, der pathetische Blizzard-Kitsch in StarCraft sei eine gute Geschichte. Zusammenfassend: Ja es wäre schön, wenn in der Zukunft irgendein deutscher Entwickler einen ähnlichen Sprung schaffen würde wie cdproject, aber bis dahin wär ich schon froh, wenn man sich auf die meiner Meinung nach durchaus vorhandenen Stärken besinnen würde und das schließt den Mut zur Nische ein. Ich glaube der heutige Markt (Downloaddistribution, Indieboom etc.) erlaubt es durchaus wieder als mittelgroßes Studio erfolgreich zu sein ohne den absoluten Massenmarkt zu erreichen.

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  3. Peter Strabow 6. Dezember 2015 / 13:58

    Das ist vielleicht eine krude These (Insider ;-)), aber ich glaube der mangelnde Erfolg von deutschen Spielen im Ausland ist ein generelles Problem der deutschen Kulturlandschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach der Machtergreifung der Nazis sind viele Künstler und Intellektuelle in die USA ausgewandert und die, die dageblieben sind mussten Propagandafilme für die Regierung produzieren. Davon hat sich die deutsche Kinolandschaft nie erholt und deutsche Filme und Serien werden nur selten ins Ausland exportiert. Sie sind einfach nicht gut genug. Also ganz anders als Maschinen, Autos und andere Produktionsgüter.

    Deutsche Spiele kommen daher oft nicht aus der kulturellen Ecke, sondern aus der „Informatiker setzen ihre Nerdfantasien um“-Ecke. Sowas wie Heavy Rain, Grand Theft Auto oder The Last of Us kann man sich nicht vorstellen von einem deutschen Studio. Selbst die Adventures von Daedalic wie z.B. Deponia sind von ihrem Humor viel nerdiger als zum Beispiel ein Grim Fandango oder Baphomets Fluch. Über letztere beiden können auch meine Eltern und nichtspielende Freunde lachen, bei Deponia verdrehen die nur die Augen.

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    • Axel 6. Dezember 2015 / 15:47

      Hier treffen leider einige Vorurteile zusammen, die so nicht stimmen. Beispielsweise das Vorurteil, dass man in Deutschland keine guten Filme und Serien umsetzen könne. Aktuell beweisen ja „Weinberg“ und der „Club der roten Bänder“ das Gegenteil. Oder der fantastische „Mara“ Film von Tommy Krappweis Anfang des Jahres (war leider ein finanzieller Flop… 😦 ) Und wenn wir uns die Geschichte des deutschen Fernsehens anschauen, so gibt es eine ganze Menge herausragender Produktionen. Angefangen in den 60ern bei Serien wie „Stahlnetz“ oder die gute alte „Raumpatrouille Orion“ (welche auch heute noch geniale Drehbücher hatte!).

      Erfolg misst sich nicht daran, ob man Sendungen ins Ausland exportiert. Das funktioniert gerade im Film- und Serienbereich schlecht, weil andere Ländern nunmal nicht die Synchro-Kultur wie wir haben. Hätten wir diesen Nachteil nicht, dann würden auch hierzulande ganz andere Produktionen drin sein.

      Ich würde sogar sagen, dass wir Deutschen ein besonders fantasievolles Volk sind, nirgendswo anders gibt es beispielsweise solch eine ausgeprägte Hörspiellandschaft als hier in Deutschland, wo dann zum Teil sehr, sehr fantasievoller Stoff umgesetzt wird. Da kein Geld für fantasievolle Filme da ist, behilft man sich eben mit Hörspielen.

      Shin’en Spiele haben übrigens durchaus einen künstlerischen Anspruch – nämlich in der Erschaffung von tollen Grafiken, wo man sich denkt: „Wie ist das auf dem Gerät möglich?“ – Ich erinnere mich noch, als ich das erste Mal die beiden Nanostray Titel oder das Garfield Spiel für den DS gespielt habe und ich mir dachte: „Wow! Hätte nie gedacht, dass man solche schönen Grafiken aus dem Ding zaubern kann“ – Das ist durchaus ein künstlerischer Anspruch. Kunst muss ja nicht mit der Erzählung von Geschichten einhergehen. Auch Gemälde sind Kunst, optische Täuschungen sind Kunst, Pixelart ist auch eine Kunstform.

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      • Peter Strabow 7. Dezember 2015 / 14:07

        Es geht doch nicht darum, dass ein Spiel eine besonders tolle Geschichte erzählen muss. Aber ein Mario lebt mehr von seiner genialen Steuerung und seinem tollen Leveldesign und weniger von seiner Technik. Anders als die Turrican-Spiele, die technisch großartig sind, aber in anderen Bereichen hinterherhinken. Und andere Sachen wie Giana Sisters sind oftmals nur Kopien ausländischer Spiele, wo bleibt da die Kreativität?

        Natürlich gibt es auch gute deutsche Filme und Serien, aber im Vergleich zu unseren Nachbarn in Frankreich stehen wir da schon recht schwach da. Vor allem wenn man bedenkt wie viel Geld die Öffentlich Rechtlichen zur Verfügung haben. Und wenn es mal Großproduktionen gibt, betreiben die oft bloß Geschichtsklitterung (Unsere Väter, unsere Mütter) und verärgern zurecht die Menschen in anderen europäischen Ländern. Serien gibt es zuhauf im deutschen Fernsehen, aber gut sind die wenigsten. „Berlin, Berlin“ war erfrischend anders, ist jetzt aber auch schon wieder 15 Jahre her. Stattdessen gibt es Serien wie „In aller Freundschaft“ oder „Um Himmels Willen“, die echt nicht gut sind. Sorry.

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        • KitaroOasis 8. Dezember 2015 / 10:24

          Nun, wenn man „Qualität“ mit „Erfolg“ gleichsetzen will (was jetzt deutsche Serien angeht), dann ist DERRICK die qualitativ beste deutsche Serie 😉

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    • Joss 8. Dezember 2015 / 18:31

      In Deutschland erfolgreiche (meint hier nur das Box Office) Filme sind in der Regel Komödien. Und der in Deutschland verbreitete Humor hat eine kulturell spezifische Infantilität, die international nicht so einfach transponierbar ist. Vielleicht gelingt das Til Schweiger noch irgendwann, da er den amerikanischen Markt gut kennt. Hoffentlich nicht.

      Es hat übrigens auch seinen Grund, warum deutsche Darsteller sich in den Staaten nur selten durchsetzen konnten, wenn sie dort nicht aufgewachsen sind. Das hat sowohl etwas mit den kulturellen Codes und der Sozialisation wie auch mit der Ausbildung an den Schauspielschulen zu tun. Jeff Bridges hat das mal schön pointiert ausgedrückt: „Die besten amerikanischen Schauspieler konnten die einfachen Dinge gut, schießen, Guten Tag sagen, dastehen.“ Genau das sind aber Elemente der Darstellung, die deutsche Schauspieler überhaupt nicht beherrschen. Christian Petzold sagte mal, es gäbe keinen einzigen deutschen Schauspieler, der überzeugend (im Sinne von unverkrampft) eine Knarre ziehen könne.

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  4. David Kipry 6. Dezember 2015 / 23:17

    Mal als aktuelle positiver Lichtblick von deutschsprachigen Entwicklern:

    Ori and the blind forest. Laut Wikipedia ein Studio aus Österreich.
    Hat den Preis Art Design bei den Video Games Awards 2015 gewonnen

    Und aus 1990 M.U.D.S von Rainbow Arts. Das ist halt einer meiner persönlichen Lieblingsspiele aus meiner Kindheit.

    Persönlich hoffe ich, dass Crytek wieder auf die Beine kommt. Die Cry Engine ist, meiner Meinung nach, technisch einer der schönsten Engines. Da würde ich gerne mehr sehen.

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  5. EggersMcBraiden 7. Dezember 2015 / 13:08

    Haben sich die gekauften Regalplätze nur auf Zeitschriften bezogen? Wenn nicht, wären doch Steam usw. ein Vorteil für deutsche Spiele die im Ausland Fuß fassen wollen, was die Schuld weiter auf schlechtere Qualität und oder Nischengenres deutscher Spiele laden würde.

    Als ihr von den schlechten Fallout 4 Bewertungen wegen unvollständigem Client in der Box erzählt habt, konnte ich nur zynisch lachen. Ich hatte bis vor ca. einem halben Jahr schon immer nur eine 120 KB/s Leitung. Dieser Client Mist ist schon seit mindestens fünf Jahren ein Problem. Die Spitze war bisher sicherlich MGS5, von dem ich las, dass es nur den Steamclient auf dem Datenträger hatte (ich hoffe es war eine DVD, dass macht es noch großartiger). Allgemein sollte das natürlich auch von der Presse abgestraft werden, aber ich finde es sollte nicht in Wertungen einfließen oder so, ebenso wie der Kaufpreis. Das hat mich beispielsweise auch bei einem Rainbow Six Siege Artikel der Gamestar gestört, die Leute können sich natürlich gegen den Kauf entscheiden aufgrund der Contentmenge, aber man kann nicht objektiv(iert) festmachen wie lange jemand an einen Multiplayertitel gefesselt sein wird. Dann müssten mMn auch F2P Titel mehr auf den Deckel bekommen, wenn die Microtransactions teuer sind. Schönes Beispiel Heroes of the Storm, unverschämt Teuer, wenn man mich fragt, da hätte es einen Shitstorm gebrauchen können, aber ist ja Blizzard who cares, wird vielleicht mal in einem Nebensatz erwähnt. Achtung Salz.

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  6. derFuchsi 7. Dezember 2015 / 13:15

    Ist sicher eine gewagte These aber ich werfe sie mal in den Raum warum Anno & co vermutlich so wenig erfolgreich sind „da draußen“.

    Wenn man sich mal die bekannten Klischees über Deutsche anschaut sind das doch genau die berühmten deutschen Tugenden die in deutschen spielen oft angesprochen werden.

    Der Deutsche ist laut gängigem Klischee immer pünktlich und zuverlässig. Er ist ein Perfektionist und ist immer unzufrieden auf der Suche nach dem Haar in der suppe. Das führt dazu dass deutsche Technik so einen guten Ruf hat. Deutsche Ingenieurskunst ist ja angeblich hoch angesehen.

    Der Deutsche hat anscheinend seinen Spaß daran technisch hochwertige aber komplizierte Dinge zu bauen. Die beste Lösung ist gerade gut genug. Warum einfach wenn es auch kompliziert geht scheint bei uns oft die Devise.

    Ein Beispiel ist vielleicht die Geschichte mit der LKW-Maut. Es hätte bestimmt einfachere Lösungen gegeben, zum beispiel eine simple Plakette. Aber es musste natürlich umständlich komplizierte Technik entwickelt und installiert werden. Auch in der Vergangenheit, z.B. im zweiten Weltkrieg war das deutsche Kriegsgerät oft technisch überlegen aber auch sehr komplex und empfindlich so dass eine gewisse Spezialisierung vonnöten war das zu bedienen (Wie die Alliierten bei der Kriegsbeute oft feststellen mussten).

    Ich glaube Spiele wie Anno und Sieder mit ihrer Komplexität oder Gothic mit ihrer Unzugänglichkeit sprechen genau diese Deutsche Seele an.

    Der Deutsche hat auch hier bei Anno wieder Spaß daran möglichst effiziente Produktionsketten und Warenkreisläufe zu erstellen und an zahlreichen kleinen Schräubchen zu drehen bis die Maschinerie perfekt läuft.

    Und wenn ein Spiel unzugänglich ist dann macht das dem Deutschen nichts, im Gegenteil das zeugt eher von Qualität. Was einfach zu handhaben ist kann einfach nichts taugen ;).

    Ich könnte mir jedenfalls vorstellen dass Menschen in anderen Ländern mit anderen Mentalitäten an solcher Fummelei zumeist tatsächlich einfach keinen Spaß haben und dass sowas eher „unser“ Ding ist.

    So viel jedenfalls zu gängigen Klischees 🙂

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    • Joss 8. Dezember 2015 / 14:18

      Ich denke, du vermischt da zwei sehr gegensätzliche Kräfte zu einer bzw. bringst sie auf den Nenner der Unzugänglichkeit. Interessante Überlegungen, aber die „deutsche/n Kultur/en“ war/en immer besonders flüssig und orientierte/n sich an anderen fremden Kulturen bzw. wurde/n von diesen durch Wanderungsbewegungen durchzogen. Was du schreibst, scheint aber eine gewisse Berechtigung für den Bereich bestimmter Computerspiele zu haben. In EVE z.B. sind die Deutschen tatsächlich die Nation mit den meisten Industrie/Forschung/Mining-Aktivitäten. Wobei EVE schon sowieso filtert, denn wer nicht gern friemelt ist da schnell auf und davon. Ich würde aber sagen, dass Romantizismus und Ingenieursdenken sich nicht so umstandslos zusammenfinden, wie du es hier für dich zusammendenkst, denn das Opake ist verrätselt und arbeitet mit dem Geheimnis (dem sich Entziehenden), während die Mathematik bzw. Logik ihre Strukturen gerade nicht kompliziert, sondern in Axiomen offenlegt.

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  7. David Kipry 7. Dezember 2015 / 18:38

    Komplex dürfen Spiele gerne sein, aber dann eher in der Richtung „easy to learn hard to master“ z.B. Street Fighter und Warcraft 3. Da kann man einfach Spaß haben oder sich reinfuchsen.

    Ich habe mal bei Gamestar auf die Releaseliste 2016 gesehen, von wegen: was kommt den aus Deutschland?.

    Da ist mir nur Homefront von Koch Media aufgefallen.
    Auf das Spiel freue ich mich aber sehr, weil es einfach geil aussieht und das setting gefällt mir auch.

    Und dann gibt es da auch elex von Piranha Bytes.
    Da gilt es auch die Daumen zu drücken.

    Wisst ihr, ob in der Zukunft, denn was aus Deutschland kommt, was ein wenig Hoffnung macht?

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  8. Fabian 7. Dezember 2015 / 21:50

    „Das [auf der Iron Maiden-Bierflasche] sieht dann aus wie ein Zombie…“ – Andre kennt Eddie the Head nicht? Wollt ihr mich verarschen?

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    • Eike Hedden 7. Dezember 2015 / 22:01

      Vielleicht ist der werte Herr Peschke nicht unbedingt im Metal unterwegs.
      Obwohl gerade Bands wie Iron Maiden szenenübergreifend sind, und da Eddy das Maskottchen von Iron Maiden ist, sollte es einem schon das eine oder andere Mal über den Weg laufen.

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